Der Begriff „feste Zähne an einem Tag“ klingt zunächst so, als würde die gesamte implantologische und prothetische Behandlung innerhalb eines einzigen Tages abgeschlossen. Tatsächlich handelt es sich um einen mehrstufigen Prozess.

Nach einer sorgfältigen Diagnostik und medizinischen Qualifikation können bei geeigneten Patientinnen und Patienten vier Implantate eingesetzt und noch am selben Tag mit einer festsitzenden provisorischen Brücke versorgt werden.

Die Patientin oder der Patient verlässt die Klinik somit nicht ohne Zähne und muss während der Einheilphase in der Regel keine herausnehmbare Vollprothese tragen. Wichtig ist jedoch:

Die am Behandlungstag eingesetzte Brücke ist fest verschraubt, aber provisorisch. Die definitive Brücke wird in einer späteren Behandlungsphase angefertigt.

Das Wort „fest“ beschreibt also die Befestigung auf den Implantaten. „Provisorisch“ bezeichnet dagegen die Funktion der Brücke innerhalb des gesamten Behandlungsplans.

Kurz zusammengefasst

  • Bei geeigneten Patientinnen und Patienten können vier Implantate eingesetzt und noch am selben Tag versorgt werden.
  • Die Brücke am Behandlungstag ist fest verschraubt, aber provisorisch.
  • Die definitive Brücke entsteht erst nach der Einheilphase und einer positiven Kontrolle der Implantate.
  • Eine Sofortversorgung hängt von der medizinischen Qualifikation und der erreichten Implantatstabilität ab.
  • Zum vollständigen Ablauf gehören Diagnostik, Chirurgie, Prothetik, Hygiene und Nachsorge.

Was ist das Malo Clinic Protocol?

Das Malo Clinic Protocol ist ein Konzept zur Rehabilitation eines vollständig zahnlosen oder nicht mehr erhaltungsfähigen Ober- beziehungsweise Unterkiefers.

Dabei wird ein vollständiger Zahnbogen durch eine Brücke ersetzt, die auf vier strategisch positionierten Implantaten befestigt wird. Das zugrunde liegende All-on-4®-Konzept wurde vom Team der Malo Clinic entwickelt und wird seit vielen Jahren zur Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Zahnlosigkeit oder stark geschädigten Restzähnen eingesetzt.

Die Behandlung besteht nicht nur aus dem chirurgischen Einsetzen der Implantate. Zum vollständigen Protokoll gehören auch:

  • die medizinische und zahnmedizinische Diagnostik,
  • die gemeinsame chirurgische und prothetische Planung,
  • die Vorbereitung der Mundhöhle,
  • das Einsetzen der Implantate,
  • die provisorische Sofortversorgung,
  • die Kontrolle der Einheilung,
  • die professionelle Implantathygiene,
  • die Anfertigung der definitiven Brücke,
  • regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen.

Was bedeutet „feste Zähne an einem Tag“ genau?

Bei einer entsprechenden Qualifikation können während eines Behandlungstages mehrere Schritte miteinander verbunden werden:

  1. Nicht erhaltungsfähige Zähne werden bei medizinischer Notwendigkeit entfernt.
  2. Vier Implantate werden in den Ober- oder Unterkiefer eingesetzt.
  3. Die für die Brücke erforderlichen Daten werden digital oder konventionell erfasst.
  4. Das zahntechnische Labor fertigt eine individuelle provisorische Brücke an.
  5. Die Brücke wird noch am selben Tag auf den Implantaten verschraubt.

Die Patientin oder der Patient erhält somit einen vollständigen Zahnbogen, der nicht selbstständig herausgenommen wird.

Die gesamte Heilung ist an diesem Tag allerdings noch nicht abgeschlossen. Die Implantate müssen anschließend stabil in den Knochen einheilen. Während dieser Phase finden Kontrolltermine statt, und die provisorische Brücke wird gemäß den ärztlichen Anweisungen belastet.

Ist die Brücke am Behandlungstag fest oder herausnehmbar?

Die provisorische Brücke ist fest mit den Implantaten verschraubt. Sie wird von der Patientin oder dem Patienten nicht zum Essen, Schlafen oder Reinigen herausgenommen.

Falls eine Abnahme erforderlich ist, erfolgt sie in der Klinik durch das medizinische Team.

Das unterscheidet diese Versorgung von einer klassischen herausnehmbaren Vollprothese, die überwiegend auf der Schleimhaut beziehungsweise dem Prothesenlager aufliegt und täglich vom Patienten eingesetzt und entfernt wird.

Warum ist die erste Brücke nur provisorisch?

Nach Zahnextraktionen und Implantationen verändern sich die Gewebe während der Heilung. Schwellungen gehen zurück, das Zahnfleisch stabilisiert sich und die Implantate verbinden sich mit dem umgebenden Knochen.

In dieser Zeit kann das Behandlungsteam beurteilen:

  • wie die Patientin oder der Patient mit der Brücke spricht,
  • wie die neue Bisshöhe funktioniert,
  • ob die Zahnform zur Gesichtsästhetik passt,
  • wie die Lippen und Weichgewebe unterstützt werden,
  • ob die Brücke gut gereinigt werden kann,
  • ob bestimmte Kontakte im Biss korrigiert werden müssen,
  • wie die Implantate und das Zahnfleisch heilen.

Diese Erkenntnisse können in die Gestaltung der definitiven Brücke einfließen.

Die provisorische Versorgung erfüllt deshalb zwei Aufgaben: Sie ermöglicht das tägliche Funktionieren während der Einheilphase und liefert zugleich wichtige Informationen für die endgültige prothetische Arbeit.

Feste Zähne an einem Tag? Entscheidend ist zuerst die individuelle Qualifikation

Ob eine festsitzende provisorische Brücke am Behandlungstag möglich ist, hängt von Diagnostik, Gesundheitszustand, Knochenverhältnissen und der tatsächlich erreichten Implantatstabilität ab.

Der Behandlungsablauf Schritt für Schritt: die Vorbereitung

Die Vorbereitung umfasst organisatorische Planung, Anamnese, Untersuchung, bildgebende Diagnostik, medizinische Qualifikation sowie die gemeinsame chirurgische und prothetische Planung. Erst danach wird der individuelle Behandlungs- und Kostenplan festgelegt und die Mundhöhle für den Eingriff vorbereitet.

  1. Erstkontakt und organisatorische Vorbereitung

    Der erste Kontakt kann telefonisch oder über das Kontaktformular erfolgen. Dabei werden zunächst grundlegende Informationen zum Anliegen der Patientin oder des Patienten aufgenommen.

    Je nach Ausgangssituation kann das Team erklären:

    • welche Unterlagen benötigt werden,
    • welche Untersuchungen vorliegen sollten,
    • wie die erste Beratung abläuft,
    • welche Termine erforderlich sein können,
    • wie die weitere Planung organisiert wird.

    Eine Patientenbetreuung kann die organisatorischen Schritte koordinieren. Medizinische Entscheidungen werden jedoch ausschließlich von den behandelnden Zahnärztinnen und Zahnärzten getroffen.

  2. Erstberatung und Anamnese

    Vor jeder Implantation steht eine ausführliche Beratung. Der Zahnarzt erhebt die medizinische und zahnmedizinische Vorgeschichte. Dabei werden unter anderem folgende Punkte berücksichtigt:

    • bestehende Allgemeinerkrankungen,
    • regelmäßig eingenommene Medikamente,
    • frühere Operationen,
    • Diabetes,
    • Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
    • Blutgerinnungsstörungen,
    • Rauchen,
    • frühere Probleme mit Implantaten oder Prothesen,
    • bisherige zahnärztliche Behandlungen,
    • Erwartungen an Funktion und Ästhetik.

    Die Patientin oder der Patient sollte alle relevanten Erkrankungen und Medikamente angeben. Diese Informationen können Einfluss auf die Planung, die Heilung und die erforderlichen Zusatzuntersuchungen haben.

  3. Untersuchung der Zähne und des Zahnfleisches

    Der Zahnarzt untersucht die gesamte Mundhöhle. Dabei wird nicht nur geprüft, ob Implantate möglich sind. Beurteilt werden ebenfalls:

    • der Zustand der vorhandenen Zähne,
    • mögliche Entzündungen,
    • die Gesundheit des Zahnfleisches,
    • die Mundschleimhaut,
    • die bisherige Prothese,
    • die Bissverhältnisse,
    • der verfügbare Platz für die zukünftige Brücke,
    • die Mundhygiene.

    Vorhandene Zähne werden nicht automatisch entfernt. Zunächst wird beurteilt, ob sie behandelt und langfristig erhalten werden können. Eine Extraktion wird erst dann geplant, wenn die betreffenden Zähne medizinisch nicht mehr erhaltungswürdig sind oder keine stabile Grundlage für die weitere Versorgung darstellen.

  4. Bildgebende Diagnostik

    Für die Planung der Implantatpositionen sind bildgebende Untersuchungen erforderlich. Je nach Fall können dazu gehören:

    • ein Panoramaröntgenbild,
    • eine dreidimensionale Computertomografie beziehungsweise DVT-/CBCT-Aufnahme,
    • digitale Scans der Mundhöhle,
    • Fotografien des Gesichts und des Lächelns.

    Die dreidimensionale Diagnostik hilft dem Implantologen, unter anderem Höhe und Breite des vorhandenen Knochens, die Knochenqualität, den Verlauf wichtiger Nerven, die Lage der Kieferhöhle, vorhandene Entzündungsherde sowie mögliche Positionen und Winkel der Implantate zu beurteilen.

    Erst auf dieser Grundlage lässt sich beurteilen, ob eine Versorgung nach dem Malo Clinic Protocol möglich ist.

  5. Medizinische Qualifikation

    Nicht jede Patientin und nicht jeder Patient kann automatisch mit einer sofort belasteten Implantatbrücke versorgt werden. Der Arzt bewertet unter anderem:

    • den allgemeinen Gesundheitszustand,
    • die vorhandenen Knochenverhältnisse,
    • den Zustand der Weichgewebe,
    • mögliche Infektionen,
    • die voraussichtliche Stabilität der Implantate,
    • die Fähigkeit zur ausreichenden Mundhygiene,
    • mögliche Risikofaktoren für die Wundheilung.

    Bei bestimmten Erkrankungen können zusätzliche Laboruntersuchungen oder eine Stellungnahme des behandelnden Haus- beziehungsweise Facharztes erforderlich sein. Einige Einschränkungen sind vorübergehend: So kann es notwendig sein, zunächst eine Erkrankung besser einzustellen, einen Entzündungsherd zu behandeln oder die Mundhygiene zu verbessern.

  6. Gemeinsame chirurgische und prothetische Planung

    Eine Brücke auf vier Implantaten muss bereits vor dem Eingriff sowohl chirurgisch als auch prothetisch geplant werden. Der Implantologe beurteilt, wo die Implantate sicher im Knochen verankert werden können. Der Prothetiker legt fest, wie der zukünftige Zahnbogen gestaltet werden soll.

    Gemeinsam werden unter anderem geplant:

    • die Position und Ausrichtung der Implantate,
    • die Lage der zukünftigen Zähne,
    • die Höhe des Bisses,
    • die Form der Brücke,
    • die Unterstützung von Lippen und Weichgewebe,
    • die Reinigungsmöglichkeiten unter der Brücke,
    • mögliche Zahnextraktionen,
    • die provisorische Versorgung,
    • der Ablauf der späteren definitiven Prothetik.

    Die Implantate dürfen nicht nur dort eingesetzt werden, wo ausreichend Knochen vorhanden ist. Ihre Position muss auch eine funktionelle, ästhetische und hygienisch zugängliche Brückenkonstruktion ermöglichen.

  7. Individueller Behandlungs- und Kostenplan

    Nach der Diagnostik erhält die Patientin oder der Patient einen individuellen Plan. Dieser kann Informationen enthalten über:

    • die zu behandelnden Kiefer,
    • notwendige Zahnextraktionen,
    • Art und Anzahl der Implantate,
    • zusätzliche chirurgische Maßnahmen,
    • die provisorische und die definitive Brücke,
    • Kontroll- und Hygienetermine,
    • die voraussichtliche Behandlungsdauer,
    • die einzelnen Kostenpositionen.

    Der konkrete Umfang hängt immer von der Ausgangssituation ab. Ein standardisierter Preis oder identischer Zeitplan kann deshalb nicht ohne Untersuchung für alle Patientinnen und Patienten festgelegt werden.

  8. Vorbereitung der Mundhöhle

    Vor dem Eingriff kann eine professionelle Zahn- und Mundhygiene erforderlich sein. Ziel ist es, bakterielle Beläge und Zahnstein zu entfernen und vorhandene Entzündungen zu reduzieren.

    Je nach Befund können vor dem Implantationstermin weitere Maßnahmen notwendig sein, beispielsweise:

    • Behandlung akuter Entzündungen,
    • Therapie des Zahnfleisches,
    • Entfernung nicht erhaltungsfähiger Zähne in einer separaten Sitzung,
    • Anpassung bestehender Prothesen,
    • Verbesserung der häuslichen Mundhygiene.

    Eine möglichst entzündungsarme Mundhöhle schafft bessere Voraussetzungen für den chirurgischen Eingriff.

Der Behandlungstag

Am Behandlungstag werden die zuvor geplanten chirurgischen und – sofern die Voraussetzungen erfüllt sind – prothetischen Schritte miteinander verbunden. Die einzelnen Entscheidungen bleiben dabei vom tatsächlichen medizinischen und operativen Befund abhängig.

  1. Aufnahme und letzte Kontrolle

    Am Behandlungstag wird zunächst überprüft, ob sich der Gesundheitszustand seit der Qualifikation verändert hat. Das Team kontrolliert unter anderem:

    • ob neue Beschwerden aufgetreten sind,
    • ob Medikamente wie vereinbart eingenommen wurden,
    • ob alle aktuellen Untersuchungsergebnisse vorliegen,
    • ob weiterhin keine medizinischen Gründe gegen den Eingriff sprechen.

    Anschließend werden die geplanten Schritte noch einmal besprochen.

  2. Anästhesie

    Der chirurgische Eingriff wird unter einer geeigneten Betäubung durchgeführt. In vielen Fällen kommt eine lokale Anästhesie zum Einsatz. Abhängig von den medizinischen Voraussetzungen und dem Behandlungsplan können zusätzliche Maßnahmen zur Beruhigung erwogen werden.

    Während des Eingriffs sollte die Patientin oder der Patient keinen Behandlungsschmerz verspüren. Druck, Vibrationen oder die Arbeit im Operationsgebiet können jedoch wahrgenommen werden.

  3. Entfernung nicht erhaltungsfähiger Zähne

    Sind noch Zähne oder Zahnwurzeln vorhanden, werden nur diejenigen entfernt, die nach der vorherigen Untersuchung nicht erhalten werden können. Die Extraktionen können – sofern medizinisch sinnvoll – am selben Tag wie die Implantation erfolgen.

    Anschließend wird das Operationsgebiet für das Einsetzen der Implantate vorbereitet.

  4. Einsetzen der vier Implantate

    Der Implantologe setzt vier Implantate in zuvor geplante Bereiche des Ober- oder Unterkiefers ein. Beim klassischen All-on-4®-Konzept werden die vorderen Implantate in der Regel eher gerade positioniert. Die hinteren Implantate können schräg eingesetzt werden, um vorhandene Knochenbereiche bestmöglich zu nutzen und bestimmte anatomische Strukturen zu umgehen.

    Diese Planung kann es in vielen Fällen ermöglichen, auf umfangreiche Knochenaufbaumaßnahmen zu verzichten. Das bedeutet jedoch nicht, dass ein Knochenaufbau bei jeder Patientin und jedem Patienten sicher ausgeschlossen werden kann. Die Entscheidung hängt von der individuellen Anatomie und dem Schwierigkeitsgrad des Falles ab.

  5. Prüfung der Implantatstabilität

    Für eine sofortige festsitzende Versorgung müssen die Implantate eine ausreichende Primärstabilität erreichen. Diese Stabilität wird während des Eingriffs beurteilt.

    Nur wenn die medizinischen und biomechanischen Voraussetzungen erfüllt sind, kann die provisorische Brücke noch am selben Tag fest mit den frisch eingesetzten Implantaten verbunden werden.

  6. Digitale Erfassung der Implantatpositionen

    Nach dem Einsetzen der Implantate werden die für die Brücke benötigten Informationen erfasst. Je nach verwendetem Workflow können digitale Scans, Fotogrammetrie, Abformungen oder andere Verfahren eingesetzt werden.

    Die Daten zeigen dem prothetischen und zahntechnischen Team:

    • die genaue Position der Implantate,
    • ihre Winkel,
    • die Beziehung zwischen Ober- und Unterkiefer,
    • die geplante Bisshöhe,
    • die Form des Zahnbogens,
    • die verfügbare prothetische Fläche.

    Auf dieser Grundlage wird die provisorische Brücke individuell hergestellt.

  7. Anfertigung der provisorischen Brücke

    Während das Labor an der Brücke arbeitet, kann sich die Patientin oder der Patient nach dem chirurgischen Teil erholen. Der Zahntechniker fertigt die Konstruktion nach den Vorgaben des Prothetikers an. Berücksichtigt werden insbesondere Zahnform, Zahnstellung, Bisslage, Gesichtsproportionen, Lippenunterstützung, Ästhetik, Stabilität und Reinigungsmöglichkeiten.

    Die Brücke ist keine gewöhnliche herausnehmbare Prothese. Sie wird speziell für die Verbindung mit den eingesetzten Implantaten vorbereitet.

  8. Befestigung der festsitzenden provisorischen Brücke

    Nach der Anfertigung wird die Brücke vom Prothetiker geprüft, angepasst und auf den Implantaten verschraubt. Anschließend werden unter anderem der Sitz der Konstruktion, die Kontakte im Biss, die Aussprache, die Ästhetik des Lächelns, die Möglichkeit zur Reinigung und der Komfort kontrolliert.

    Damit ist der wichtigste Teil der Versorgung am Behandlungstag abgeschlossen: Die Patientin oder der Patient verlässt die Klinik mit einer festsitzenden provisorischen Brücke auf vier Implantaten.

Eine Versorgung am selben Tag darf nicht unabhängig vom tatsächlichen Operationsbefund garantiert werden. Erreichen die Implantate nicht die erforderliche Stabilität, wird der Behandlungsplan aus Sicherheitsgründen angepasst.

Was passiert nach dem Behandlungstag?

Mit dem Einsetzen der festsitzenden provisorischen Brücke beginnt die Einheil- und Kontrollphase. Die Behandlung ist an diesem Tag noch nicht abgeschlossen. Ernährung, Wundkontrolle, Osseointegration, regelmäßige Kontrollen und professionelle Implantathygiene bleiben Teil des Protokolls.

  1. Erste Tage nach dem Eingriff

    Nach der Operation beginnt die Heilungsphase. Vorübergehend können Schwellungen, Druckempfindlichkeit, leichte Blutergüsse, ein Spannungsgefühl, eingeschränkter Komfort beim Kauen sowie Müdigkeit auftreten.

    Die Patientin oder der Patient erhält individuelle Anweisungen zu:

    • Medikamenten,
    • Kühlung,
    • Mundhygiene,
    • Ernährung,
    • körperlicher Belastung,
    • Verhalten bei ungewöhnlichen Beschwerden.

    Die Empfehlungen sollten genau eingehalten werden.

  2. Ernährung während der Einheilphase

    Obwohl die provisorische Brücke fest verschraubt ist, dürfen die frisch eingesetzten Implantate nicht unkontrolliert belastet werden. Während der Einheilphase ist daher eine angepasste Ernährung erforderlich. Die genauen Empfehlungen werden vom behandelnden Team festgelegt.

    In der Regel sollten harte, zähe oder sehr knusprige Lebensmittel zunächst vermieden werden. „Feste Zähne“ bedeuten also nicht, dass unmittelbar nach der Operation jede Nahrung ohne Einschränkung gekaut werden darf.

  3. Wundkontrolle und Nahtentfernung

    Nach dem Eingriff findet eine erste Kontrolle statt. Der Arzt beurteilt die Wundheilung, das Zahnfleisch, mögliche Schwellungen, den Zustand der Brücke, die Bisskontakte sowie die Beschwerden der Patientin oder des Patienten.

    Falls nicht selbstauflösende Nähte verwendet wurden, werden sie zu dem vom Arzt festgelegten Zeitpunkt entfernt – typischerweise etwa zehn bis vierzehn Tage nach dem Eingriff.

  4. Einheilung der Implantate

    In den folgenden Monaten verbinden sich die Implantate mit dem Knochen. Dieser Vorgang wird als Osseointegration bezeichnet. Die Dauer ist individuell und hängt unter anderem ab von:

    • Knochenqualität,
    • behandeltem Kiefer,
    • Umfang des Eingriffs,
    • Stabilität der Implantate,
    • Allgemeingesundheit,
    • Mundhygiene,
    • Nikotinkonsum,
    • Einhaltung der Belastungsempfehlungen.

    Während dieser Zeit bleibt die provisorische Brücke in Funktion, sofern keine medizinische oder technische Anpassung erforderlich ist.

  5. Regelmäßige Kontrollen

    Kontrolltermine dienen dazu, mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen. Das Team überprüft unter anderem die Stabilität der Implantate, den Zustand des Zahnfleisches, die Sauberkeit unter der Brücke, die Funktion des Bisses, die Schraubverbindungen, eventuelle Schäden an der provisorischen Konstruktion und den Fortschritt der Einheilung.

    Bei Schmerzen, zunehmender Schwellung, Blutung, einer gelockerten Brücke oder einer Beschädigung sollte die Klinik unverzüglich kontaktiert werden.

  6. Professionelle Implantathygiene

    Eine Brücke auf Implantaten muss täglich sorgfältig gereinigt werden. Besondere Aufmerksamkeit erfordert der Bereich zwischen der Brücke und dem Zahnfleisch. Dort können sich Speisereste und bakterielle Beläge ansammeln.

    Je nach Konstruktion können empfohlen werden:

    • eine geeignete Zahnbürste,
    • Interdentalbürsten,
    • spezielle Implantat- beziehungsweise Superfloss-Zahnseide,
    • eine Munddusche,
    • individuell ausgewählte Hilfsmittel.

    Die Dentalhygienikerin zeigt, wie die Brücke richtig gereinigt wird. Regelmäßige professionelle Hygienetermine sind ein wichtiger Bestandteil der langfristigen Betreuung.

Wann wird die definitive Brücke angefertigt?

Die definitive Brücke wird erst nach einer ausreichenden Einheilzeit und einer positiven Kontrolle der Implantate angefertigt.

Der Zeitpunkt ist nicht bei allen Patientinnen und Patienten identisch. Abhängig vom Schwierigkeitsgrad und Heilungsverlauf kann die definitive Versorgung nach mehreren Monaten beginnen. Bei komplexeren Ausgangssituationen kann eine längere Einheil- und Beobachtungsphase erforderlich sein. Das Behandlungskonzept unterscheidet deshalb zwischen standardmäßigen und schwierigeren Fällen und sieht je nach Verlauf unterschiedliche Zeitpunkte für die definitive Versorgung vor.

Wie entsteht die definitive Brücke?

Für die endgültige Versorgung werden erneut klinische und digitale Daten erhoben.

Der Prothetiker berücksichtigt:

  • die vollständig oder weitgehend abgeheilten Gewebe,
  • die aktuelle Form des Zahnfleisches,
  • die Lage der Implantate,
  • die Erfahrungen mit der provisorischen Brücke,
  • die Aussprache,
  • die Ästhetik,
  • die Bissfunktion,
  • die Reinigung unter der Konstruktion,
  • die individuellen Wünsche der Patientin oder des Patienten.

Anschließend fertigt das Labor die definitive Brücke nach dem festgelegten prothetischen Konzept an. Nach mehreren Kontrollen und gegebenenfalls notwendigen Anpassungen wird sie auf den Implantaten befestigt.

Was ist der Unterschied zwischen provisorischer und definitiver Brücke?

Merkmal Provisorische Brücke Definitive Brücke
Zeitpunkt Am Tag der Implantation, sofern medizinisch möglich Nach Einheilung und Kontrolle der Implantate
Befestigung Fest auf Implantaten verschraubt Fest auf Implantaten verschraubt
Herausnehmbar durch den Patienten Nein Nein
Hauptaufgabe Versorgung während der Heilungsphase Langfristige prothetische Versorgung
Anpassung an das Zahnfleisch An die Situation unmittelbar nach dem Eingriff An die abgeheilten Gewebe
Beobachtung der Funktion Dient auch zur Beurteilung von Biss, Sprache und Ästhetik Berücksichtigt die Erfahrungen aus der provisorischen Phase
Material Abhängig vom vorgesehenen Protokoll Abhängig vom Behandlungsplan und der gewählten Versorgung

Die provisorische Brücke ist somit kein loses Übergangsgebiss. Sie ist fest verschraubt, bleibt aber ein zeitlich begrenzter Teil des gesamten Behandlungskonzepts.

Für wen kann die Behandlung geeignet sein?

Das Malo Clinic Protocol kann insbesondere bei Patientinnen und Patienten geprüft werden, die:

  • im Ober- oder Unterkiefer vollständig zahnlos sind,
  • nur noch wenige stark geschädigte Zähne besitzen,
  • Zähne haben, die medizinisch nicht mehr erhalten werden können,
  • eine instabile oder schlecht sitzende Vollprothese tragen,
  • sich eine festsitzende Alternative zur herausnehmbaren Prothese wünschen,
  • aufgrund von Knochenabbau bereits eine Ablehnung für klassische Implantate erhalten haben,
  • bereit sind, die erforderliche Hygiene und Nachsorge einzuhalten.

Die Entscheidung wird immer individuell nach Untersuchung und Diagnostik getroffen.

Für wen ist die Behandlung möglicherweise nicht sofort möglich?

Ein Eingriff kann verschoben oder angepasst werden, wenn beispielsweise:

  • eine Allgemeinerkrankung nicht ausreichend eingestellt ist,
  • eine aktive Infektion vorliegt,
  • die Mundhygiene zunächst verbessert werden muss,
  • eine akute Erkrankung behandelt werden muss,
  • bestimmte Medikamente oder Therapien berücksichtigt werden müssen,
  • das Knochenwachstum noch nicht abgeschlossen ist,
  • Schwangerschaft besteht,
  • zusätzliche ärztliche Untersuchungen notwendig sind.

Ein möglicher Risikofaktor bedeutet nicht automatisch, dass Implantate dauerhaft ausgeschlossen sind. In vielen Fällen muss zunächst eine sichere medizinische Ausgangssituation geschaffen werden.

Welche Spezialisten sind an der Behandlung beteiligt?

Die Versorgung eines vollständigen Zahnbogens ist eine interdisziplinäre Aufgabe. Je nach Fall arbeiten zusammen:

Implantologe / Oralchirurg
Prothetiker
Zahntechniker
Dentalhygienikerin
Patientenbetreuung
Weitere Fachärzte bei Bedarf

Der Implantologe beziehungsweise Oralchirurg plant und führt den chirurgischen Teil durch, entfernt gegebenenfalls nicht erhaltungsfähige Zähne und setzt die Implantate ein. Der Prothetiker plant die zukünftige Zahnstellung, den Biss, die Form der Brücke und die Verbindung mit den Implantaten; er befestigt und kontrolliert die provisorische sowie die definitive Brücke.

Der Zahntechniker fertigt die Brücken auf Grundlage der klinischen und digitalen Daten an. Die Dentalhygienikerin bereitet die Mundhöhle vor, vermittelt die richtige Reinigung und begleitet die langfristige Implantathygiene. Die Patientenbetreuung unterstützt bei der organisatorischen Koordination der Termine und der einzelnen Behandlungsschritte.

Die Versorgung ist damit ein abgestimmter Prozess aus Diagnostik, Chirurgie, Prothetik, Hygiene und Kontrollbehandlung, der auf der Zusammenarbeit eines interdisziplinären Teams beruht.

Vorteile einer festsitzenden Brücke auf vier Implantaten

Eine erfolgreich geplante Versorgung kann unter anderem folgende Vorteile bieten:

  • festsitzender Zahnersatz statt einer herausnehmbaren Vollprothese,
  • stabile Befestigung auf Implantaten,
  • Versorgung eines vollständigen Zahnbogens mit vier Implantaten,
  • Wiederherstellung der Kaufunktion,
  • Unterstützung der Aussprache,
  • ästhetische Rekonstruktion der Zähne und Weichgewebe,
  • kein selbstständiges Herausnehmen der Brücke,
  • häufig kein Gaumen bedeckender Prothesenkörper,
  • provisorische festsitzende Versorgung bereits am Behandlungstag,
  • individuell geplante definitive Brücke nach der Heilungsphase.

Die tatsächlich erreichbaren Ergebnisse hängen von der Ausgangssituation, dem Heilungsverlauf und der Mitarbeit der Patientin oder des Patienten ab.

Welche Risiken und Einschränkungen gibt es?

Auch eine moderne und gut dokumentierte Implantatbehandlung bleibt ein chirurgischer und prothetischer Eingriff.

Mögliche Probleme können betreffen:

  • verzögerte Wundheilung,
  • Infektionen,
  • fehlende Einheilung eines Implantats,
  • Entzündungen des Gewebes um Implantate,
  • Lockerung von Schrauben,
  • Beschädigung der provisorischen oder definitiven Brücke,
  • Überlastung durch ungünstige Bisskräfte,
  • ästhetische oder funktionelle Anpassungen,
  • notwendige Reparaturen oder Nachbehandlungen.

Das Risiko lässt sich durch sorgfältige Qualifikation, genaue Planung, passende Implantatstabilität, gute Mundhygiene und regelmäßige Kontrollen reduzieren, aber nicht vollständig ausschließen.

Warum ist Stettin für die Behandlung interessant?

Malo Clinic bietet das Behandlungskonzept auch in Stettin beziehungsweise Szczecin an. Die Klinik verbindet dabei implantologische, chirurgische und prothetische Behandlung mit Diagnostik, Hygiene und Nachsorge.

Für Patientinnen und Patienten aus Deutschland ist besonders wichtig, vor der Entscheidung den vollständigen Ablauf zu klären:

  • Wo findet die Erstberatung statt?
  • Welche Unterlagen müssen vorab übermittelt werden?
  • Wie viele Aufenthalte sind erforderlich?
  • Wann findet der Eingriff statt?
  • Wann erfolgen die Kontrollen?
  • Wo wird die definitive Brücke eingesetzt?
  • Was geschieht bei Beschwerden oder einer notwendigen Reparatur?
  • Welche Kosten sind im individuellen Plan enthalten?

Diese Punkte sollten vor Beginn der Behandlung schriftlich beziehungsweise im persönlichen Gespräch geklärt werden.

Feste Zähne an einem Tag in Stettin - Zusammenfassung

„Feste Zähne an einem Tag“ bedeutet, dass bei medizinisch geeigneten Patientinnen und Patienten vier Implantate eingesetzt und noch am selben Tag mit einer festsitzenden provisorischen Brücke versorgt werden können.

Die Behandlung endet jedoch nicht am Tag der Operation. Danach folgen:

  • die Heilung der Operationsstellen,
  • die Einheilung der Implantate,
  • ärztliche Kontrollen,
  • professionelle Implantathygiene,
  • die Überprüfung von Biss und Funktion,
  • die Planung und Herstellung der definitiven Brücke.

Erst die definitive prothetische Versorgung schließt den geplanten rekonstruktiven Teil der Behandlung ab. Regelmäßige Kontrollen und eine sorgfältige tägliche Hygiene bleiben anschließend dauerhaft erforderlich.

Feste Zähne an einem Tag in Stettin - vereinbaren Sie eine individuelle Beratung

Nach der Untersuchung und dreidimensionalen Diagnostik kann das Team beurteilen, ob eine Versorgung nach dem Malo Clinic Protocol in Ihrem individuellen Fall möglich ist.

Rezeption
+48 22 393 63 33

Adresse
ul. Madalińskiego 9, Szczecin

Häufig gestellte Fragen

Erhalte ich am Behandlungstag bereits die endgültige Brücke?

Nein. Am Behandlungstag wird bei geeigneten Voraussetzungen eine festsitzende provisorische Brücke auf den Implantaten befestigt. Die definitive Brücke wird nach der Einheilphase und Kontrolle der Implantate angefertigt.

Ist die provisorische Brücke herausnehmbar?

Nein. Sie wird auf den Implantaten verschraubt und von der Patientin oder dem Patienten nicht selbst herausgenommen. Falls eine Abnahme notwendig ist, erfolgt sie in der Klinik.

Warum nennt man die Brücke fest, obwohl sie provisorisch ist?

„Fest“ beschreibt die Befestigung auf den Implantaten. „Provisorisch“ bedeutet, dass die Brücke während der Heilungsphase verwendet und später durch die definitive Versorgung ersetzt wird.

Kann jeder feste Zähne an einem Tag erhalten?

Nein. Voraussetzung sind eine medizinische Qualifikation, geeignete anatomische Bedingungen und eine ausreichende Stabilität der Implantate. Die endgültige Entscheidung kann teilweise erst während des Eingriffs getroffen werden.

Müssen alle vorhandenen Zähne entfernt werden?

Nein. Entfernt werden nur Zähne, die nach ärztlicher Beurteilung nicht mehr erhaltungswürdig sind. Erhaltungsfähige Zähne sollten nicht allein deshalb entfernt werden, um eine All-on-4®-Versorgung durchzuführen.

Wie lange dauert der chirurgische Teil?

Die Dauer hängt vom Umfang der Behandlung ab. Für die chirurgische Phase werden häufig ungefähr ein bis zwei Stunden angesetzt. Extraktionen, zusätzliche Eingriffe und komplexe anatomische Bedingungen können die Dauer verlängern.

Kann ich nach dem Eingriff sofort normal essen?

Die Brücke ist fest, aber die Implantate befinden sich noch in der Einheilphase. Deshalb muss die Ernährung an die ärztlichen Empfehlungen angepasst werden. Harte und stark belastende Lebensmittel sind zunächst zu vermeiden.

Wann wird die definitive Brücke eingesetzt?

Der genaue Zeitpunkt hängt vom Heilungsverlauf, dem behandelten Kiefer und dem Schwierigkeitsgrad ab. In vielen Fällen beginnt die definitive prothetische Versorgung nach mehreren Monaten. Bei komplexeren Behandlungen kann eine längere Einheilphase erforderlich sein.

Ist immer ein Knochenaufbau notwendig?

Nein. Durch die besondere Positionierung der Implantate kann in vielen Fällen auf einen umfangreichen Knochenaufbau verzichtet werden. Ob dies möglich ist, wird anhand der dreidimensionalen Diagnostik entschieden.

Was passiert, wenn die Implantate am Behandlungstag nicht stabil genug sind?

Dann kann der Arzt den geplanten Ablauf ändern und auf eine sofortige feste Belastung verzichten. Die Sicherheit der Implantate und der Heilung hat Vorrang vor der Versorgung innerhalb eines Tages.

Wie pflegt man die Brücke?

Die Brücke muss täglich gebürstet werden. Zusätzlich muss der Bereich zwischen Brücke und Zahnfleisch mit geeigneten Hilfsmitteln gereinigt werden. Die individuelle Technik zeigt die Dentalhygienikerin.

Sind nach der definitiven Brücke noch Kontrollen notwendig?

Ja. Implantate, Zahnfleisch, Schraubverbindungen, Biss und Brücke müssen regelmäßig kontrolliert werden. Auch professionelle Hygienetermine bleiben erforderlich.

Kann die Brücke repariert werden?

Je nach Art des Schadens kann eine Reparatur oder Anpassung möglich sein. Bei Rissen, Abplatzungen, Lockerung oder veränderter Stabilität sollte die Klinik möglichst schnell kontaktiert werden.

Ist die Behandlung auch bei Diabetes möglich?

Ein gut eingestellter Diabetes schließt eine Implantatbehandlung nicht grundsätzlich aus. Entscheidend sind der individuelle Gesundheitszustand, die Blutzuckereinstellung und die Einschätzung des behandelnden Arztes. Bei Bedarf wird eine zusätzliche ärztliche Stellungnahme eingeholt.

Was sollte ich zur ersten Beratung mitbringen?

Hilfreich sind vorhandene Röntgen- oder DVT-/CBCT-Aufnahmen, bisherige Behandlungspläne, eine Liste der Medikamente, Informationen zu Allgemeinerkrankungen sowie Unterlagen zu früheren Implantaten oder Prothesen.

Inhaltliche Prüfung

Inhalt erstellt vom Team der Malo Clinic Stettin und fachlich durch einen Implantologen geprüft. Stand: August 2026.

Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt keine zahnärztliche Beratung. Über die Eignung, den Umfang und den Ablauf der Behandlung entscheidet die behandelnde Zahnärztin beziehungsweise der behandelnde Zahnarzt nach klinischer Untersuchung und Diagnostik.