Viele Menschen mit vollständiger Zahnlosigkeit oder einer langjährig getragenen Vollprothese hören irgendwann, dass für Implantate nicht mehr genügend Knochen vorhanden sei. Daraus entsteht leicht der Eindruck, dass nur noch eine herausnehmbare Prothese möglich ist.

Ein reduziertes Knochenangebot schließt eine implantatgetragene, festsitzende Versorgung jedoch nicht grundsätzlich aus. Das All-on-4-Konzept nach dem Malo Clinic Protocol wurde unter anderem dafür entwickelt, die noch vorhandenen Knochenbereiche gezielt zu nutzen. Ein vollständiger Zahnbogen wird dabei auf vier strategisch positionierten Implantaten befestigt.

Die Methode kann deshalb auch bei Patientinnen und Patienten mit Knochenabbau geprüft werden. Sie eignet sich aber nicht automatisch für jeden Fall. Entscheidend sind die genaue Anatomie, die Knochenqualität, der allgemeine Gesundheitszustand, die geplante Brückenkonstruktion und die Möglichkeit, eine ausreichende Stabilität der Implantate zu erreichen.

Bei sehr starkem Knochenverlust können medizinisch sinnvoller sein:

  • ein verändertes Implantatkonzept,
  • zusätzliche chirurgische Maßnahmen,
  • spezielle Implantate,
  • eine konventionelle Knochenaugmentation,
  • eine herausnehmbare implantatgestützte Versorgung,
  • eine andere prothetische Lösung.

All-on-4 ist keine pauschale Antwort auf jeden Knochenabbau, sondern eine von mehreren möglichen Behandlungsstrategien.

Die wichtigste Antwort vorab

  • All-on-4 kann bei vollständiger Zahnlosigkeit, nicht erhaltungsfähigen Restzähnen und instabiler Vollprothese geprüft werden.
  • Auch bei vorhandenem Knochenabbau kann eine festsitzende Versorgung möglich sein.
  • Ob auf einen Knochenaufbau verzichtet werden kann, lässt sich erst nach einer dreidimensionalen Diagnostik beurteilen.
  • Bei sehr starkem Knochenverlust können andere Implantatkonzepte sinnvoller sein.
  • Die hinteren Implantate werden häufig schräg gesetzt, um vorhandenen Knochen zu nutzen.

Was bedeutet Zahnlosigkeit?

Von vollständiger Zahnlosigkeit spricht man, wenn in einem Ober- oder Unterkiefer keine natürlichen Zähne mehr vorhanden sind.

Eine vergleichbare Behandlungssituation kann auch entstehen, wenn zwar noch einzelne Zähne oder Wurzelreste vorhanden sind, diese aber aufgrund ihrer Erkrankung nicht langfristig erhalten werden können.

Mögliche Ursachen sind:

  • fortgeschrittene Parodontitis,
  • umfangreiche Karies,
  • wiederholte Entzündungen,
  • Zahnfrakturen,
  • Unfälle,
  • fehlgeschlagene frühere Behandlungen,
  • allgemeine Erkrankungen,
  • langjähriger Verzicht auf zahnärztliche Versorgung.

Zahnlosigkeit betrifft nicht nur das Aussehen. Sie kann die Kaufunktion, die Aussprache, die Auswahl der Lebensmittel und das persönliche Wohlbefinden beeinflussen.

Müssen bei All-on-4 alle vorhandenen Zähne entfernt werden?

Nein. Zähne sollten nicht allein deshalb entfernt werden, damit eine vollständige Implantatbrücke eingesetzt werden kann. Zunächst muss geprüft werden, ob sie mit vertretbarem Aufwand und guter Langzeitprognose erhalten werden können.

Bei der Behandlungsplanung sollten deshalb mehrere Möglichkeiten berücksichtigt werden:

  • Erhalt und Behandlung vorhandener Zähne,
  • Kombination natürlicher Zähne mit einzelnen Implantaten,
  • Teilbrücken,
  • herausnehmbare Versorgungen,
  • vollständige festsitzende Rehabilitation.

Auch internationale implantologische Empfehlungen betonen, dass bei noch vorhandenen Zähnen deren Erhalt sorgfältig geprüft werden muss. Die Entscheidung für eine vollständige Implantatbrücke sollte Teil einer umfassenden Aufklärung über alle realistischen Alternativen sein.

Warum baut sich der Kieferknochen nach Zahnverlust ab?

Der Kieferknochen ist kein statisches Gewebe. Er verändert und erneuert sich fortlaufend.

Die Wurzeln natürlicher Zähne übertragen beim Kauen Kräfte auf den Kiefer. Nach dem Verlust eines Zahnes fehlt ein Teil dieser Belastung. Der Knochen im Bereich des ehemaligen Zahnfaches beginnt sich umzubauen und kann im Laufe der Zeit an Höhe und Breite verlieren. Das Ausmaß ist individuell verschieden.

Knochenabbau kann zusätzlich begünstigt werden durch:

  • langjährige Zahnlosigkeit,
  • chronische Entzündungen,
  • fortgeschrittene Parodontitis,
  • schlecht sitzende Prothesen,
  • frühere Zahnextraktionen,
  • Verletzungen,
  • bestimmte allgemeine Erkrankungen,
  • Rauchen,
  • fehlende funktionelle Belastung.

Wo ist der Knochenabbau besonders problematisch?

Im Oberkiefer kann sich der verfügbare Knochen unter anderem durch die Ausdehnung der Kieferhöhlen verringern. Im hinteren Unterkiefer muss der Verlauf des Unterkiefernervs berücksichtigt werden. Dadurch kann der Platz für gerade eingesetzte, längere Implantate begrenzt sein.

Das All-on-4-Konzept versucht, vorhandene Knochenbereiche so zu nutzen, dass die Implantate eine ausreichende Verteilung für eine vollständige Brücke ermöglichen.

Knochenabbau bedeutet nicht automatisch: keine Implantate

Entscheidend ist nicht nur, wie viel Knochen verloren gegangen ist, sondern wo noch tragfähige Knochenbereiche vorhanden sind und ob sich daraus ein sicherer chirurgischer und prothetischer Plan entwickeln lässt.

Wie funktioniert All-on-4 bei reduziertem Knochenangebot?

Beim klassischen Konzept werden vier Implantate im vorderen beziehungsweise mittleren Bereich des zahnlosen Kiefers eingesetzt. Typischerweise werden zwei vordere Implantate eher gerade und zwei hintere Implantate in geeigneten Fällen schräg positioniert.

Die schräge Positionierung der hinteren Implantate kann mehrere Ziele erfüllen:

  • Nutzung des noch vorhandenen Knochens,
  • Vermeidung bestimmter anatomischer Strukturen,
  • Vergrößerung des Abstandes zwischen den Implantaten,
  • bessere Abstützung der Brücke,
  • Verkürzung des frei auskragenden Brückenbereichs,
  • mögliche Vermeidung umfangreicher augmentativer Eingriffe.

Das Konzept wurde entwickelt, um den vorhandenen Restknochen bei atrophierten Kiefern möglichst effektiv zu nutzen. Systematische Untersuchungen beschreiben All-on-4 als eine mögliche und vorhersehbare Behandlungsform für ausgewählte Patientinnen und Patienten mit atrophierten Kiefern, weisen jedoch zugleich auf Unterschiede in der Studienqualität und auf mögliche biologische sowie technische Komplikationen hin.

Bedeutet All-on-4 automatisch Implantate ohne Knochenaufbau?

Nein. Die Methode kann in vielen Fällen dazu beitragen, einen umfangreichen Knochenaufbau zu vermeiden. Dies ist einer ihrer wichtigsten möglichen Vorteile. Es sollte aber nicht versprochen werden, dass bei jedem Knochenabbau vollständig auf zusätzliche Eingriffe verzichtet werden kann.

Entscheidend sind:

  • Ort und Ausmaß des Knochenverlustes,
  • Knochenqualität,
  • Form des Kieferkamms,
  • Position der Kieferhöhle,
  • Verlauf der Nerven,
  • mögliche Entzündungen,
  • geplante Länge und Position der Implantate,
  • gewünschte Form der endgültigen Brücke.

Bei einem leichten oder mittleren Knochenabbau kann die strategische Positionierung der Implantate ausreichen. Bei starkem Knochenabbau kann eine abgewandelte oder zusätzliche Behandlung erforderlich sein.

Welche Formen des Knochenabbaus gibt es?

Der Begriff Knochenabbau beschreibt unterschiedliche anatomische Situationen.

Form Was verändert sich Mögliche Folge für die Implantation
Horizontaler Knochenabbau Der Kieferkamm ist zu schmal Seitlich kann zu wenig Knochen für ein Implantat vorhanden sein
Vertikaler Knochenabbau Der Kieferkamm hat an Höhe verloren Im Oberkiefer zu geringer Abstand zur Kieferhöhle, im Unterkiefer zum Nerv
Kombinierter Knochenabbau Breite und Höhe sind reduziert Beide Einschränkungen treten gleichzeitig auf
Starker Verlust im Oberkiefer Weit fortgeschrittene Atrophie Im üblichen Bereich nicht genügend tragfähiger Knochen für Standardimplantate

Die Art des Knochenabbaus lässt sich nicht zuverlässig allein anhand eines Panoramaröntgenbildes oder einer sichtbaren eingefallenen Kieferform bestimmen. Für eine präzise Einschätzung ist normalerweise eine dreidimensionale Bildgebung erforderlich.

Für wen kann All-on-4 geeignet sein?

Die Behandlung kann unter anderem bei folgenden Patientengruppen geprüft werden.

Menschen mit vollständiger Zahnlosigkeit

Eine typische Indikation ist ein vollständig zahnloser Ober- oder Unterkiefer. Die Methode ermöglicht eine vollständige, festsitzende Brücke, ohne für jeden verlorenen Zahn ein separates Implantat einsetzen zu müssen.

Menschen mit nicht mehr erhaltungsfähigen Restzähnen

Manche Patientinnen und Patienten besitzen noch mehrere Zähne, die jedoch stark gelockert, zerstört oder chronisch entzündet sind. Wenn eine sichere und langfristige Erhaltung nicht mehr möglich ist, kann eine vollständige Rehabilitation des betroffenen Zahnbogens erwogen werden.

Die Entscheidung über eine Extraktion muss für jeden Zahn medizinisch begründet werden.

Träger einer instabilen Vollprothese

All-on-4 kann für Menschen interessant sein, deren herausnehmbare Prothese:

  • beim Sprechen oder Essen verrutscht,
  • Druckstellen verursacht,
  • einen starken Würgereiz auslöst,
  • wiederholt unterfüttert werden muss,
  • das Geschmacksempfinden beeinträchtigt,
  • nicht ausreichend stabilisiert werden kann,
  • die Auswahl der Speisen stark einschränkt.

Die auf Implantaten verschraubte Brücke wird von der Patientin oder dem Patienten nicht selbst herausgenommen.

Patientinnen und Patienten mit fortschreitendem Knochenabbau

Auch bei reduziertem Knochenangebot kann eine Qualifikation möglich sein, wenn in geeigneten Bereichen noch ausreichend tragfähiger Knochen für die geplanten Implantate vorhanden ist. Das Konzept richtet sich ausdrücklich auch an Patientinnen und Patienten, denen aufgrund eines Knochenabbaus zuvor von Implantaten abgeraten wurde.

Eine frühere Ablehnung bedeutet aber nicht automatisch, dass All-on-4 sicher möglich ist. Sie ist ein Anlass für eine erneute, spezialisierte Diagnostik.

Menschen, die eine festsitzende Alternative zur Prothese suchen

Die Behandlung kann für Patienten geeignet sein, die sich eine nicht selbst herausnehmbare Versorgung wünschen und bereit sind:

  • einen chirurgischen Eingriff durchführen zu lassen,
  • die Einheilphase einzuhalten,
  • die Brücke täglich gründlich zu reinigen,
  • regelmäßige Kontrolltermine wahrzunehmen,
  • mögliche Reparaturen und Wartungsmaßnahmen zu akzeptieren.

Ältere Patientinnen und Patienten

Ein höheres Lebensalter allein ist kein Ausschlussgrund. Entscheidender sind:

  • der allgemeine Gesundheitszustand,
  • die Wundheilung,
  • die Einnahme von Medikamenten,
  • die Mundhygiene,
  • die Fähigkeit, Kontrolltermine wahrzunehmen,
  • die individuellen anatomischen Bedingungen.

Bei jüngeren Personen muss dagegen das Knochenwachstum abgeschlossen sein.

Wer eignet sich nicht automatisch für All-on-4?

Die Behandlung darf nicht allein aufgrund der vorhandenen Zahnlosigkeit empfohlen werden.

Eine genaue medizinische Prüfung ist besonders wichtig bei:

  • nicht eingestelltem Diabetes,
  • schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
  • Störungen der Blutgerinnung,
  • laufender oder kürzlich abgeschlossener Chemo- beziehungsweise Strahlentherapie,
  • bestimmten Knochenerkrankungen,
  • Einnahme ausgewählter knochenwirksamer Medikamente,
  • unbehandelten Infektionen,
  • sehr schlechter Mundhygiene,
  • starkem Nikotinkonsum,
  • ausgeprägtem Zähneknirschen,
  • fehlender Bereitschaft zur Nachsorge,
  • Schwangerschaft,
  • nicht abgeschlossenem Kieferwachstum.

Diese Faktoren bedeuten nicht immer ein dauerhaftes Behandlungsverbot. Sie können aber eine Verschiebung, eine Anpassung des Plans oder eine Rücksprache mit dem behandelnden Facharzt erforderlich machen.

All-on-4 bei Diabetes

Ein gut eingestellter Diabetes schließt Implantate nicht grundsätzlich aus.

Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel kann jedoch:

  • die Wundheilung beeinträchtigen,
  • das Infektionsrisiko erhöhen,
  • die Gesundheit des Zahnfleisches verschlechtern,
  • die langfristige Stabilität der Implantate beeinflussen.

Vor dem Eingriff können aktuelle Laborwerte und eine Beurteilung durch den behandelnden Arzt erforderlich sein.

All-on-4 bei Parodontitis

Eine frühere Parodontitis schließt eine Implantatbehandlung ebenfalls nicht automatisch aus.

Aktive Entzündungen müssen jedoch vor beziehungsweise im Rahmen der Behandlung kontrolliert werden. Patientinnen und Patienten mit einer entsprechenden Vorgeschichte benötigen häufig eine besonders konsequente Nachsorge, da auch um Implantate entzündliche Erkrankungen auftreten können.

All-on-4 bei Rauchern

Rauchen kann die Durchblutung und Heilung beeinflussen und ist mit einem höheren Risiko für implantologische Komplikationen verbunden.

Die Menge, Dauer und individuelle gesundheitliche Situation müssen berücksichtigt werden. Der Arzt kann empfehlen, den Konsum vor und nach dem Eingriff deutlich einzuschränken oder ganz einzustellen.

All-on-4 bei Zähneknirschen

Starke unkontrollierte Kaukräfte können Implantate, Schrauben und Brücken zusätzlich belasten.

Bei Bruxismus können erforderlich sein:

  • eine angepasste Brückenkonstruktion,
  • eine genaue Einstellung des Bisses,
  • eine Schutzschiene,
  • engmaschigere Kontrollen.

Wie wird festgestellt, ob genügend Knochen vorhanden ist?

Die Qualifikation erfolgt nicht anhand des Alters, des sichtbaren Zustandes der Prothese oder einer einfachen Vermutung. Sie umfasst mehrere Schritte.

  1. Medizinische Anamnese

    Der Arzt erhebt Informationen zu:

    • Allgemeinerkrankungen,
    • Medikamenten,
    • Allergien,
    • früheren Operationen,
    • Diabetes,
    • Osteoporose,
    • Blutgerinnung,
    • onkologischen Behandlungen,
    • Rauchen,
    • früheren Problemen mit Implantaten.
  2. Untersuchung der Mundhöhle

    Beurteilt werden:

    • vorhandene Zähne,
    • Zahnfleisch und Schleimhaut,
    • Entzündungen,
    • Prothesenlager,
    • Biss und Mundöffnung,
    • Platz für die zukünftige Brücke,
    • Fähigkeit zur Reinigung.
  3. Dreidimensionale Diagnostik

    Eine DVT-/CBCT- beziehungsweise dreidimensionale Computertomografie zeigt den Kiefer in mehreren Ebenen. Damit können unter anderem beurteilt werden:

    • Höhe und Breite des Knochens,
    • Knochenstruktur,
    • Verlauf des Unterkiefernervs,
    • Ausdehnung der Kieferhöhlen,
    • Lage möglicher Entzündungsherde,
    • mögliche Implantatpositionen,
    • Winkel und Länge der Implantate.

    Aktuelle internationale Empfehlungen zur Rehabilitation des zahnlosen Oberkiefers messen der dreidimensionalen Bildgebung eine zentrale Bedeutung für die Planung bei.

  4. Prothetische Analyse

    Nicht nur der Knochen entscheidet über die Behandlung. Der Prothetiker beurteilt:

    • wo die zukünftigen Zähne stehen sollen,
    • wie viel Platz für die Brücke vorhanden ist,
    • wie die Lippen unterstützt werden,
    • wie die Zähne beim Lächeln sichtbar sind,
    • welche Bisshöhe erforderlich ist,
    • wo Reinigungsräume eingeplant werden müssen,
    • wie die Kaukräfte verteilt werden.

Die chirurgische Implantatposition muss mit der zukünftigen Brücke abgestimmt sein. Internationaler Konsens empfiehlt, den definitiven prothetischen Plan bereits bei der chirurgischen Planung vollständig zu berücksichtigen.

Warum reichen vier Implantate für einen vollständigen Zahnbogen?

Vier Implantate ersetzen nicht nur vier einzelne Zähne. Sie werden so verteilt und durch eine einteilige Brücke miteinander verbunden, dass sie gemeinsam einen vollständigen Zahnbogen tragen.

Wichtige Faktoren sind:

  • ausreichender Abstand zwischen den Implantaten,
  • geeignete Position im Kiefer,
  • stabile Verbindung durch die Brücke,
  • kontrollierte Länge der hinteren Brückenanteile,
  • passende Verteilung der Kaukräfte,
  • angemessene Knochenqualität.

Ein internationaler ITI-Konsens empfiehlt mindestens vier angemessen verteilte Implantate zur Unterstützung einer einteiligen festsitzenden Vollbogenprothese. Die Entscheidung über Zahl und Verteilung muss dennoch den individuellen anatomischen und prothetischen Bedingungen folgen.

Können bei starkem Knochenabbau spezielle Implantate eingesetzt werden?

Bei einer sehr starken Atrophie des Oberkiefers kann für Standardimplantate nicht genügend Knochen vorhanden sein.

In ausgewählten Fällen können andere Konzepte erwogen werden:

  • Jochbeinimplantate beziehungsweise Zygoma-Implantate,
  • Pterygoidimplantate,
  • Kombinationen verschiedener Implantattypen,
  • Knochenaufbau,
  • Sinusbodenelevation,
  • individuell angepasste Vollbogenversorgung.

Zygoma-Implantate werden nicht im stark abgebauten Kieferkamm, sondern im Jochbein verankert. Sie kommen nur bei besonderen anatomischen Voraussetzungen und in spezialisierten Behandlungskonzepten infrage. Sie stellen keine einfache Erweiterung eines normalen All-on-4-Eingriffs dar; die Planung und Durchführung sind komplex und erfordern entsprechende Erfahrung.

Aktuelle internationale Konsensarbeiten zeigen zudem, dass bei schwerer Oberkieferatrophie unterschiedliche Konzepte angewendet werden. Neben spezialisierten Implantaten werden weiterhin Standardimplantate mit Knochenaufbau oder Sinusbodenelevation eingesetzt. Eine universell beste Lösung für jeden Patienten besteht nicht.

Wann ist ein Knochenaufbau möglicherweise doch erforderlich?

Eine Augmentation kann sinnvoll oder notwendig sein, wenn:

  • keine ausreichend stabilen Implantatpositionen gefunden werden,
  • der Kieferkamm extrem schmal ist,
  • die gewünschte prothetische Position nicht erreicht werden kann,
  • ästhetisch wichtige Gewebe aufgebaut werden müssen,
  • die Implantate sonst ungünstig für die spätere Brücke stehen würden,
  • alternative Implantatkonzepte medizinisch nicht geeignet sind.

Der Knochenaufbau kann zeitgleich mit der Implantation oder in einer vorgelagerten Behandlungsphase erfolgen.

Bedeutet ein Knochenaufbau, dass All-on-4 nicht möglich ist? Nicht unbedingt. Die Bezeichnung All-on-4 beschreibt zunächst die Versorgung eines vollständigen Zahnbogens auf vier Implantaten; zusätzliche chirurgische Maßnahmen können je nach Fall trotzdem erforderlich sein.

Die Notwendigkeit einer umfangreichen Augmentation kann jedoch gegen eine sofortige Belastung mit einer festen Brücke am selben Tag sprechen. Der ITI-Konsens bezeichnet gleichzeitig erforderliche Knochenaugmentationen oder Sinusbodenelevationen als relative Einschränkung für eine sofortige Belastung.

Erhält jeder Patient sofort eine feste Brücke?

Nein. Eine Brücke kann am Tag der Implantation nur dann fest eingesetzt werden, wenn die Implantate ausreichende Primärstabilität erreichen und alle weiteren chirurgischen sowie prothetischen Voraussetzungen erfüllt sind.

Die Primärstabilität beschreibt, wie fest ein Implantat unmittelbar nach dem Einsetzen im Knochen verankert ist. Sie hängt unter anderem ab von:

  • Knochenqualität,
  • Form des Implantatlagers,
  • Implantatposition,
  • Implantatgeometrie,
  • chirurgischer Technik,
  • Umfang des Knochenabbaus.

Ist die Stabilität nicht ausreichend, kann eine sofortige Belastung die Einheilung gefährden. In diesem Fall wird der Behandlungsplan angepasst und die Patientin oder der Patient kann vorübergehend eine andere Versorgung benötigen.

Internationale Empfehlungen betonen, dass die Stabilität jedes Implantats vor einer sofortigen Belastung bestätigt werden muss. Eine einteilige, verschraubte provisorische Brücke kann bei geeigneten Voraussetzungen eine vorhersehbare Versorgung darstellen, ist aber an eine sorgfältige Patientenauswahl gebunden.

Was erhält der Patient am Behandlungstag?

Bei erfolgreicher Implantation und ausreichender Stabilität kann eine festsitzende provisorische Brücke auf den vier Implantaten befestigt werden. Sie wird von der Patientin oder dem Patienten nicht selbst herausgenommen.

Wichtig ist die Unterscheidung:

  • festsitzend beschreibt die Verschraubung auf den Implantaten,
  • provisorisch beschreibt den vorübergehenden Einsatz während der Heilungsphase.

Nach der Einheilung und Kontrolle der Implantate folgt die definitive prothetische Versorgung. Der vollständige Prozess umfasst somit eine provisorische Brücke am Behandlungstag, anschließende Kontrollen und eine spätere definitive Brücke.

Welche Vorteile kann All-on-4 bei Knochenabbau bieten?

Bei geeigneten Voraussetzungen kann die Methode folgende Vorteile haben:

Nutzung vorhandener tragfähiger Knochenbereiche
Festsitzende Versorgung eines vollständigen Zahnbogens
Geringere Zahl von Implantaten als bei klassischen Vollbogenplanungen
Mögliche Vermeidung umfangreicher Knochenaufbauten
Möglichkeit einer sofortigen provisorischen Brücke
Kein selbstständiges Herausnehmen wie bei einer Vollprothese
Häufig keine Bedeckung des Gaumens
Wiederherstellung von Kauen, Sprechen und Ästhetik
Gemeinsame chirurgische und prothetische Planung

Diese Vorteile sind mögliche Behandlungsziele und keine Garantie für einen identischen Verlauf bei jedem Patienten.

Welche Grenzen und Risiken bestehen?

Auch bei sorgfältiger Planung können biologische oder technische Komplikationen auftreten.

Dazu gehören unter anderem:

  • verzögerte Wundheilung,
  • Infektionen,
  • fehlende Einheilung eines Implantats,
  • Entzündungen um Implantate,
  • fortschreitender Knochenverlust,
  • Lockerung von Schrauben,
  • Bruch oder Verschleiß der Brücke,
  • ungünstige Bissbelastungen,
  • Reparatur- oder Anpassungsbedarf,
  • ästhetische Einschränkungen,
  • notwendige zusätzliche Eingriffe.

Die wissenschaftliche Literatur beschreibt All-on-4 bei geeigneter Auswahl als vorhersehbares Konzept, weist aber ausdrücklich darauf hin, dass Implantat- und Brückenerhalt nicht mit vollständiger Komplikationsfreiheit gleichzusetzen sind.

Welche Rolle spielt die Mundhygiene?

Eine Implantatbrücke kann nicht an Karies erkranken. Das Gewebe um die Implantate kann sich jedoch entzünden.

Unter der Brücke können sich Plaque und Speisereste ansammeln. Werden sie nicht regelmäßig entfernt, kann zunächst eine Entzündung der Schleimhaut und später ein Abbau des Knochens um die Implantate entstehen.

Zur täglichen Pflege können gehören:

  • gründliches Bürsten,
  • Reinigung unter der Brücke,
  • Interdentalbürsten,
  • spezielle Zahnseide,
  • eine Munddusche,
  • individuell ausgewählte Hilfsmittel.

Zusätzlich sind professionelle Hygienetermine und implantologische Kontrollen erforderlich. Tägliches Bürsten, die Reinigung der Bereiche zwischen Brücke und Zahnfleisch sowie regelmäßige Kontrollen sind wesentliche Bestandteile der Nachsorge.

Wie lange kann eine All-on-4-Versorgung halten?

Eine feste Implantatbrücke ist als langfristige Versorgung geplant. Eine Garantie für eine lebenslange komplikationsfreie Funktion kann medizinisch jedoch nicht gegeben werden.

Die Haltbarkeit hängt unter anderem ab von:

  • erfolgreicher Einheilung,
  • Knochen- und Zahnfleischgesundheit,
  • Mundhygiene,
  • Rauchverhalten,
  • Allgemeinerkrankungen,
  • Bisskräften,
  • Material und Konstruktion der Brücke,
  • regelmäßiger Wartung,
  • rechtzeitiger Behandlung kleiner Probleme.

Implantate und Brücke sind zudem getrennt zu betrachten. Auch bei stabilen Implantaten können an der prothetischen Konstruktion im Laufe der Jahre Reparaturen, Anpassungen oder ein Austausch erforderlich werden.

All-on-4 oder herausnehmbare Prothese?

Nicht jede Patientin und jeder Patient benötigt eine festsitzende Vollbogenbrücke.

Eine herausnehmbare Versorgung kann sinnvoll sein, wenn:

  • ein chirurgischer Eingriff nicht gewünscht wird,
  • gesundheitliche Faktoren gegen eine umfangreiche Implantation sprechen,
  • die tägliche Reinigung unter einer festen Brücke nicht möglich ist,
  • eine bessere Lippenunterstützung durch einen herausnehmbaren Prothesenkörper benötigt wird,
  • finanzielle oder organisatorische Gründe eine andere Lösung nahelegen.

Zwischen der klassischen Vollprothese und einer festen All-on-4-Brücke existieren außerdem implantatgestützte herausnehmbare Prothesen.

Die geeignete Lösung hängt deshalb nicht nur von der Knochenmenge ab, sondern auch von:

  • Gesundheit,
  • manueller Geschicklichkeit,
  • ästhetischen Anforderungen,
  • Hygienefähigkeit,
  • Erwartungen,
  • finanziellen Möglichkeiten,
  • Bereitschaft zur langfristigen Nachsorge.

Welche Fragen sollte man bei der Beratung stellen?

Patientinnen und Patienten können unter anderem folgende Fragen vorbereiten:

  • Wie stark ist der Knochenabbau in meinem Ober- beziehungsweise Unterkiefer?
  • Welche Knochenbereiche können für Implantate genutzt werden?
  • Ist All-on-4 in meinem Fall möglich?
  • Kann voraussichtlich auf einen Knochenaufbau verzichtet werden?
  • Welche alternativen Behandlungen gibt es?
  • Können vorhandene Zähne erhalten werden?
  • Ist eine feste provisorische Brücke am Behandlungstag realistisch?
  • Was geschieht, wenn die Implantate nicht ausreichend stabil sind?
  • Welche zusätzlichen chirurgischen Maßnahmen könnten erforderlich werden?
  • Wann wird die definitive Brücke angefertigt?
  • Wie muss die Brücke täglich gereinigt werden?
  • Wie häufig sind Kontroll- und Hygienetermine notwendig?
  • Wer behandelt mögliche Komplikationen oder Reparaturen?
  • Welche Leistungen sind im Behandlungs- und Kostenplan enthalten?

All-on-4 bei Zahnlosigkeit und Knochenabbau in Stettin

Eine Qualifikation kann in der Malo Clinic in Stettin mit einer Untersuchung, bildgebender Diagnostik und individueller Planung beginnen.

Dabei wird nicht nur geprüft, ob vier Implantate technisch eingesetzt werden können. Das interdisziplinäre Team berücksichtigt auch:

  • den Zustand der vorhandenen Zähne,
  • die Knochenverhältnisse,
  • den allgemeinen Gesundheitszustand,
  • die gewünschte Form der Brücke,
  • die Bissfunktion,
  • die Ästhetik,
  • die Reinigungsmöglichkeiten,
  • die langfristige Nachsorge.

Erst danach kann beurteilt werden, ob das Malo Clinic Protocol, ein abgewandeltes Implantatkonzept oder eine andere Form des Zahnersatzes die sinnvollste Lösung darstellt.

All-on-4 trotz Knochenabbau? Beginnen Sie mit einer individuellen Diagnostik

Nach der Untersuchung und dreidimensionalen Diagnostik kann das Team der Malo Clinic Stettin beurteilen, ob eine festsitzende Versorgung trotz Knochenabbau in Ihrem individuellen Fall möglich ist.

Rezeption
+48 22 393 63 33

Adresse
ul. Madalińskiego 9, Szczecin

Häufig gestellte Fragen

Kann man trotz Knochenabbau Implantate bekommen?

Häufig ja. Entscheidend sind Ort, Ausmaß und Qualität des verbliebenen Knochens. Das All-on-4-Konzept kann vorhandene Knochenbereiche gezielt nutzen. Bei starkem Knochenabbau können jedoch zusätzliche oder alternative Verfahren notwendig sein.

Eignet sich All-on-4 bei vollständiger Zahnlosigkeit?

Ja. Die vollständige Zahnlosigkeit eines Ober- oder Unterkiefers gehört zu den wichtigsten Indikationen. Vier Implantate tragen dabei eine vollständige, festsitzende Brücke.

Ist All-on-4 auch möglich, wenn noch einige Zähne vorhanden sind?

Ja, sofern diese Zähne nicht langfristig erhalten werden können. Vor einer Extraktion muss jedoch immer geprüft werden, ob eine Behandlung und Erhaltung sinnvoll möglich sind.

Braucht man bei All-on-4 keinen Knochenaufbau?

In vielen Fällen kann ein umfangreicher Knochenaufbau vermieden werden. Eine grundsätzliche Garantie gibt es jedoch nicht. Bei sehr starkem oder ungünstig verteiltem Knochenabbau können zusätzliche Eingriffe erforderlich sein.

Warum werden die hinteren Implantate schräg eingesetzt?

Die schräge Position kann helfen, vorhandenen Knochen besser zu nutzen, anatomische Strukturen zu umgehen und die Abstützung der vollständigen Brücke zu verbessern.

Können bei sehr starkem Knochenabbau Jochbeinimplantate eingesetzt werden?

In ausgewählten Fällen einer schweren Oberkieferatrophie können Zygoma- beziehungsweise Jochbeinimplantate erwogen werden. Die Behandlung ist komplex und erfordert eine spezialisierte Diagnostik sowie entsprechende chirurgische Erfahrung.

Erhalte ich die feste Brücke am selben Tag?

Das ist möglich, wenn alle medizinischen Voraussetzungen erfüllt sind und die Implantate ausreichende Stabilität erreichen. Befestigt wird zunächst eine festsitzende provisorische Brücke. Die definitive Brücke folgt nach der Heilungsphase.

Was passiert, wenn ein Implantat nicht stabil genug ist?

Dann kann der Arzt auf die sofortige Belastung verzichten und den Behandlungsplan anpassen. Die sichere Einheilung hat Vorrang vor einer Versorgung innerhalb eines Tages.

Ist ein höheres Alter ein Ausschlussgrund?

Nein. Der Gesundheitszustand, die Knochenverhältnisse und die Fähigkeit zur Mundhygiene sind wichtiger als das kalendarische Alter.

Ist All-on-4 bei Diabetes möglich?

Ein gut eingestellter Diabetes schließt die Behandlung nicht grundsätzlich aus. Bei unzureichender Einstellung können Wundheilung und Infektionsrisiko beeinträchtigt sein. Die Qualifikation erfolgt individuell und gegebenenfalls in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt.

Können Raucher mit All-on-4 behandelt werden?

Eine Behandlung kann möglich sein, aber Rauchen erhöht das Risiko für Heilungsstörungen und langfristige Entzündungen. Der individuelle Konsum und weitere Risikofaktoren müssen ärztlich bewertet werden.

Kann unter der Brücke weiterer Knochenabbau entstehen?

Ja. Entzündungen um Implantate können zu einem Verlust des stützenden Knochens führen. Gründliche tägliche Hygiene, professionelle Reinigung und regelmäßige Kontrollen sind deshalb notwendig.

Ist die Brücke herausnehmbar?

Nein. Die Brücke wird auf den Implantaten verschraubt und nicht vom Patienten selbst herausgenommen. Bei Bedarf kann sie in der Klinik abgenommen werden.

Kann die Behandlung auch im Ober- und Unterkiefer gleichzeitig durchgeführt werden?

In bestimmten Fällen ist eine Behandlung beider Kiefer planbar. Ob dies medizinisch sinnvoll ist, hängt vom Gesundheitszustand, vom Umfang des Eingriffs und von der individuellen Belastbarkeit ab.

Welche Untersuchung zeigt, ob genügend Knochen vorhanden ist?

Für die genaue Planung wird in der Regel eine dreidimensionale Aufnahme, beispielsweise DVT beziehungsweise CBCT, benötigt. Sie zeigt Breite, Höhe und Struktur des Knochens sowie wichtige anatomische Bereiche.

Inhaltliche Prüfung

Inhalt erstellt vom Team der Malo Clinic Stettin und fachlich durch einen Implantologen geprüft. Stand: August 2026.

Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt keine zahnärztliche Beratung. Ob All-on-4, zusätzliche chirurgische Maßnahmen oder eine andere Form des Zahnersatzes geeignet sind, entscheidet die behandelnde Zahnärztin beziehungsweise der behandelnde Zahnarzt nach klinischer Untersuchung und entsprechender Diagnostik.

Der Begriff „feste Zähne an einem Tag“ klingt zunächst so, als würde die gesamte implantologische und prothetische Behandlung innerhalb eines einzigen Tages abgeschlossen. Tatsächlich handelt es sich um einen mehrstufigen Prozess.

Nach einer sorgfältigen Diagnostik und medizinischen Qualifikation können bei geeigneten Patientinnen und Patienten vier Implantate eingesetzt und noch am selben Tag mit einer festsitzenden provisorischen Brücke versorgt werden.

Die Patientin oder der Patient verlässt die Klinik somit nicht ohne Zähne und muss während der Einheilphase in der Regel keine herausnehmbare Vollprothese tragen. Wichtig ist jedoch:

Die am Behandlungstag eingesetzte Brücke ist fest verschraubt, aber provisorisch. Die definitive Brücke wird in einer späteren Behandlungsphase angefertigt.

Das Wort „fest“ beschreibt also die Befestigung auf den Implantaten. „Provisorisch“ bezeichnet dagegen die Funktion der Brücke innerhalb des gesamten Behandlungsplans.

Kurz zusammengefasst

  • Bei geeigneten Patientinnen und Patienten können vier Implantate eingesetzt und noch am selben Tag versorgt werden.
  • Die Brücke am Behandlungstag ist fest verschraubt, aber provisorisch.
  • Die definitive Brücke entsteht erst nach der Einheilphase und einer positiven Kontrolle der Implantate.
  • Eine Sofortversorgung hängt von der medizinischen Qualifikation und der erreichten Implantatstabilität ab.
  • Zum vollständigen Ablauf gehören Diagnostik, Chirurgie, Prothetik, Hygiene und Nachsorge.

Was ist das Malo Clinic Protocol?

Das Malo Clinic Protocol ist ein Konzept zur Rehabilitation eines vollständig zahnlosen oder nicht mehr erhaltungsfähigen Ober- beziehungsweise Unterkiefers.

Dabei wird ein vollständiger Zahnbogen durch eine Brücke ersetzt, die auf vier strategisch positionierten Implantaten befestigt wird. Das zugrunde liegende All-on-4-Konzept wurde vom Team der Malo Clinic entwickelt und wird seit vielen Jahren zur Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Zahnlosigkeit oder stark geschädigten Restzähnen eingesetzt.

Die Behandlung besteht nicht nur aus dem chirurgischen Einsetzen der Implantate. Zum vollständigen Protokoll gehören auch:

  • die medizinische und zahnmedizinische Diagnostik,
  • die gemeinsame chirurgische und prothetische Planung,
  • die Vorbereitung der Mundhöhle,
  • das Einsetzen der Implantate,
  • die provisorische Sofortversorgung,
  • die Kontrolle der Einheilung,
  • die professionelle Implantathygiene,
  • die Anfertigung der definitiven Brücke,
  • regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen.

Was bedeutet „feste Zähne an einem Tag“ genau?

Bei einer entsprechenden Qualifikation können während eines Behandlungstages mehrere Schritte miteinander verbunden werden:

  1. Nicht erhaltungsfähige Zähne werden bei medizinischer Notwendigkeit entfernt.
  2. Vier Implantate werden in den Ober- oder Unterkiefer eingesetzt.
  3. Die für die Brücke erforderlichen Daten werden digital oder konventionell erfasst.
  4. Das zahntechnische Labor fertigt eine individuelle provisorische Brücke an.
  5. Die Brücke wird noch am selben Tag auf den Implantaten verschraubt.

Die Patientin oder der Patient erhält somit einen vollständigen Zahnbogen, der nicht selbstständig herausgenommen wird.

Die gesamte Heilung ist an diesem Tag allerdings noch nicht abgeschlossen. Die Implantate müssen anschließend stabil in den Knochen einheilen. Während dieser Phase finden Kontrolltermine statt, und die provisorische Brücke wird gemäß den ärztlichen Anweisungen belastet.

Ist die Brücke am Behandlungstag fest oder herausnehmbar?

Die provisorische Brücke ist fest mit den Implantaten verschraubt. Sie wird von der Patientin oder dem Patienten nicht zum Essen, Schlafen oder Reinigen herausgenommen.

Falls eine Abnahme erforderlich ist, erfolgt sie in der Klinik durch das medizinische Team.

Das unterscheidet diese Versorgung von einer klassischen herausnehmbaren Vollprothese, die überwiegend auf der Schleimhaut beziehungsweise dem Prothesenlager aufliegt und täglich vom Patienten eingesetzt und entfernt wird.

Warum ist die erste Brücke nur provisorisch?

Nach Zahnextraktionen und Implantationen verändern sich die Gewebe während der Heilung. Schwellungen gehen zurück, das Zahnfleisch stabilisiert sich und die Implantate verbinden sich mit dem umgebenden Knochen.

In dieser Zeit kann das Behandlungsteam beurteilen:

  • wie die Patientin oder der Patient mit der Brücke spricht,
  • wie die neue Bisshöhe funktioniert,
  • ob die Zahnform zur Gesichtsästhetik passt,
  • wie die Lippen und Weichgewebe unterstützt werden,
  • ob die Brücke gut gereinigt werden kann,
  • ob bestimmte Kontakte im Biss korrigiert werden müssen,
  • wie die Implantate und das Zahnfleisch heilen.

Diese Erkenntnisse können in die Gestaltung der definitiven Brücke einfließen.

Die provisorische Versorgung erfüllt deshalb zwei Aufgaben: Sie ermöglicht das tägliche Funktionieren während der Einheilphase und liefert zugleich wichtige Informationen für die endgültige prothetische Arbeit.

Feste Zähne an einem Tag? Entscheidend ist zuerst die individuelle Qualifikation

Ob eine festsitzende provisorische Brücke am Behandlungstag möglich ist, hängt von Diagnostik, Gesundheitszustand, Knochenverhältnissen und der tatsächlich erreichten Implantatstabilität ab.

Der Behandlungsablauf Schritt für Schritt: die Vorbereitung

Die Vorbereitung umfasst organisatorische Planung, Anamnese, Untersuchung, bildgebende Diagnostik, medizinische Qualifikation sowie die gemeinsame chirurgische und prothetische Planung. Erst danach wird der individuelle Behandlungs- und Kostenplan festgelegt und die Mundhöhle für den Eingriff vorbereitet.

  1. Erstkontakt und organisatorische Vorbereitung

    Der erste Kontakt kann telefonisch oder über das Kontaktformular erfolgen. Dabei werden zunächst grundlegende Informationen zum Anliegen der Patientin oder des Patienten aufgenommen.

    Je nach Ausgangssituation kann das Team erklären:

    • welche Unterlagen benötigt werden,
    • welche Untersuchungen vorliegen sollten,
    • wie die erste Beratung abläuft,
    • welche Termine erforderlich sein können,
    • wie die weitere Planung organisiert wird.

    Eine Patientenbetreuung kann die organisatorischen Schritte koordinieren. Medizinische Entscheidungen werden jedoch ausschließlich von den behandelnden Zahnärztinnen und Zahnärzten getroffen.

  2. Erstberatung und Anamnese

    Vor jeder Implantation steht eine ausführliche Beratung. Der Zahnarzt erhebt die medizinische und zahnmedizinische Vorgeschichte. Dabei werden unter anderem folgende Punkte berücksichtigt:

    • bestehende Allgemeinerkrankungen,
    • regelmäßig eingenommene Medikamente,
    • frühere Operationen,
    • Diabetes,
    • Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
    • Blutgerinnungsstörungen,
    • Rauchen,
    • frühere Probleme mit Implantaten oder Prothesen,
    • bisherige zahnärztliche Behandlungen,
    • Erwartungen an Funktion und Ästhetik.

    Die Patientin oder der Patient sollte alle relevanten Erkrankungen und Medikamente angeben. Diese Informationen können Einfluss auf die Planung, die Heilung und die erforderlichen Zusatzuntersuchungen haben.

  3. Untersuchung der Zähne und des Zahnfleisches

    Der Zahnarzt untersucht die gesamte Mundhöhle. Dabei wird nicht nur geprüft, ob Implantate möglich sind. Beurteilt werden ebenfalls:

    • der Zustand der vorhandenen Zähne,
    • mögliche Entzündungen,
    • die Gesundheit des Zahnfleisches,
    • die Mundschleimhaut,
    • die bisherige Prothese,
    • die Bissverhältnisse,
    • der verfügbare Platz für die zukünftige Brücke,
    • die Mundhygiene.

    Vorhandene Zähne werden nicht automatisch entfernt. Zunächst wird beurteilt, ob sie behandelt und langfristig erhalten werden können. Eine Extraktion wird erst dann geplant, wenn die betreffenden Zähne medizinisch nicht mehr erhaltungswürdig sind oder keine stabile Grundlage für die weitere Versorgung darstellen.

  4. Bildgebende Diagnostik

    Für die Planung der Implantatpositionen sind bildgebende Untersuchungen erforderlich. Je nach Fall können dazu gehören:

    • ein Panoramaröntgenbild,
    • eine dreidimensionale Computertomografie beziehungsweise DVT-/CBCT-Aufnahme,
    • digitale Scans der Mundhöhle,
    • Fotografien des Gesichts und des Lächelns.

    Die dreidimensionale Diagnostik hilft dem Implantologen, unter anderem Höhe und Breite des vorhandenen Knochens, die Knochenqualität, den Verlauf wichtiger Nerven, die Lage der Kieferhöhle, vorhandene Entzündungsherde sowie mögliche Positionen und Winkel der Implantate zu beurteilen.

    Erst auf dieser Grundlage lässt sich beurteilen, ob eine Versorgung nach dem Malo Clinic Protocol möglich ist.

  5. Medizinische Qualifikation

    Nicht jede Patientin und nicht jeder Patient kann automatisch mit einer sofort belasteten Implantatbrücke versorgt werden. Der Arzt bewertet unter anderem:

    • den allgemeinen Gesundheitszustand,
    • die vorhandenen Knochenverhältnisse,
    • den Zustand der Weichgewebe,
    • mögliche Infektionen,
    • die voraussichtliche Stabilität der Implantate,
    • die Fähigkeit zur ausreichenden Mundhygiene,
    • mögliche Risikofaktoren für die Wundheilung.

    Bei bestimmten Erkrankungen können zusätzliche Laboruntersuchungen oder eine Stellungnahme des behandelnden Haus- beziehungsweise Facharztes erforderlich sein. Einige Einschränkungen sind vorübergehend: So kann es notwendig sein, zunächst eine Erkrankung besser einzustellen, einen Entzündungsherd zu behandeln oder die Mundhygiene zu verbessern.

  6. Gemeinsame chirurgische und prothetische Planung

    Eine Brücke auf vier Implantaten muss bereits vor dem Eingriff sowohl chirurgisch als auch prothetisch geplant werden. Der Implantologe beurteilt, wo die Implantate sicher im Knochen verankert werden können. Der Prothetiker legt fest, wie der zukünftige Zahnbogen gestaltet werden soll.

    Gemeinsam werden unter anderem geplant:

    • die Position und Ausrichtung der Implantate,
    • die Lage der zukünftigen Zähne,
    • die Höhe des Bisses,
    • die Form der Brücke,
    • die Unterstützung von Lippen und Weichgewebe,
    • die Reinigungsmöglichkeiten unter der Brücke,
    • mögliche Zahnextraktionen,
    • die provisorische Versorgung,
    • der Ablauf der späteren definitiven Prothetik.

    Die Implantate dürfen nicht nur dort eingesetzt werden, wo ausreichend Knochen vorhanden ist. Ihre Position muss auch eine funktionelle, ästhetische und hygienisch zugängliche Brückenkonstruktion ermöglichen.

  7. Individueller Behandlungs- und Kostenplan

    Nach der Diagnostik erhält die Patientin oder der Patient einen individuellen Plan. Dieser kann Informationen enthalten über:

    • die zu behandelnden Kiefer,
    • notwendige Zahnextraktionen,
    • Art und Anzahl der Implantate,
    • zusätzliche chirurgische Maßnahmen,
    • die provisorische und die definitive Brücke,
    • Kontroll- und Hygienetermine,
    • die voraussichtliche Behandlungsdauer,
    • die einzelnen Kostenpositionen.

    Der konkrete Umfang hängt immer von der Ausgangssituation ab. Ein standardisierter Preis oder identischer Zeitplan kann deshalb nicht ohne Untersuchung für alle Patientinnen und Patienten festgelegt werden.

  8. Vorbereitung der Mundhöhle

    Vor dem Eingriff kann eine professionelle Zahn- und Mundhygiene erforderlich sein. Ziel ist es, bakterielle Beläge und Zahnstein zu entfernen und vorhandene Entzündungen zu reduzieren.

    Je nach Befund können vor dem Implantationstermin weitere Maßnahmen notwendig sein, beispielsweise:

    • Behandlung akuter Entzündungen,
    • Therapie des Zahnfleisches,
    • Entfernung nicht erhaltungsfähiger Zähne in einer separaten Sitzung,
    • Anpassung bestehender Prothesen,
    • Verbesserung der häuslichen Mundhygiene.

    Eine möglichst entzündungsarme Mundhöhle schafft bessere Voraussetzungen für den chirurgischen Eingriff.

Der Behandlungstag

Am Behandlungstag werden die zuvor geplanten chirurgischen und – sofern die Voraussetzungen erfüllt sind – prothetischen Schritte miteinander verbunden. Die einzelnen Entscheidungen bleiben dabei vom tatsächlichen medizinischen und operativen Befund abhängig.

  1. Aufnahme und letzte Kontrolle

    Am Behandlungstag wird zunächst überprüft, ob sich der Gesundheitszustand seit der Qualifikation verändert hat. Das Team kontrolliert unter anderem:

    • ob neue Beschwerden aufgetreten sind,
    • ob Medikamente wie vereinbart eingenommen wurden,
    • ob alle aktuellen Untersuchungsergebnisse vorliegen,
    • ob weiterhin keine medizinischen Gründe gegen den Eingriff sprechen.

    Anschließend werden die geplanten Schritte noch einmal besprochen.

  2. Anästhesie

    Der chirurgische Eingriff wird unter einer geeigneten Betäubung durchgeführt. In vielen Fällen kommt eine lokale Anästhesie zum Einsatz. Abhängig von den medizinischen Voraussetzungen und dem Behandlungsplan können zusätzliche Maßnahmen zur Beruhigung erwogen werden.

    Während des Eingriffs sollte die Patientin oder der Patient keinen Behandlungsschmerz verspüren. Druck, Vibrationen oder die Arbeit im Operationsgebiet können jedoch wahrgenommen werden.

  3. Entfernung nicht erhaltungsfähiger Zähne

    Sind noch Zähne oder Zahnwurzeln vorhanden, werden nur diejenigen entfernt, die nach der vorherigen Untersuchung nicht erhalten werden können. Die Extraktionen können – sofern medizinisch sinnvoll – am selben Tag wie die Implantation erfolgen.

    Anschließend wird das Operationsgebiet für das Einsetzen der Implantate vorbereitet.

  4. Einsetzen der vier Implantate

    Der Implantologe setzt vier Implantate in zuvor geplante Bereiche des Ober- oder Unterkiefers ein. Beim klassischen All-on-4-Konzept werden die vorderen Implantate in der Regel eher gerade positioniert. Die hinteren Implantate können schräg eingesetzt werden, um vorhandene Knochenbereiche bestmöglich zu nutzen und bestimmte anatomische Strukturen zu umgehen.

    Diese Planung kann es in vielen Fällen ermöglichen, auf umfangreiche Knochenaufbaumaßnahmen zu verzichten. Das bedeutet jedoch nicht, dass ein Knochenaufbau bei jeder Patientin und jedem Patienten sicher ausgeschlossen werden kann. Die Entscheidung hängt von der individuellen Anatomie und dem Schwierigkeitsgrad des Falles ab.

  5. Prüfung der Implantatstabilität

    Für eine sofortige festsitzende Versorgung müssen die Implantate eine ausreichende Primärstabilität erreichen. Diese Stabilität wird während des Eingriffs beurteilt.

    Nur wenn die medizinischen und biomechanischen Voraussetzungen erfüllt sind, kann die provisorische Brücke noch am selben Tag fest mit den frisch eingesetzten Implantaten verbunden werden.

  6. Digitale Erfassung der Implantatpositionen

    Nach dem Einsetzen der Implantate werden die für die Brücke benötigten Informationen erfasst. Je nach verwendetem Workflow können digitale Scans, Fotogrammetrie, Abformungen oder andere Verfahren eingesetzt werden.

    Die Daten zeigen dem prothetischen und zahntechnischen Team:

    • die genaue Position der Implantate,
    • ihre Winkel,
    • die Beziehung zwischen Ober- und Unterkiefer,
    • die geplante Bisshöhe,
    • die Form des Zahnbogens,
    • die verfügbare prothetische Fläche.

    Auf dieser Grundlage wird die provisorische Brücke individuell hergestellt.

  7. Anfertigung der provisorischen Brücke

    Während das Labor an der Brücke arbeitet, kann sich die Patientin oder der Patient nach dem chirurgischen Teil erholen. Der Zahntechniker fertigt die Konstruktion nach den Vorgaben des Prothetikers an. Berücksichtigt werden insbesondere Zahnform, Zahnstellung, Bisslage, Gesichtsproportionen, Lippenunterstützung, Ästhetik, Stabilität und Reinigungsmöglichkeiten.

    Die Brücke ist keine gewöhnliche herausnehmbare Prothese. Sie wird speziell für die Verbindung mit den eingesetzten Implantaten vorbereitet.

  8. Befestigung der festsitzenden provisorischen Brücke

    Nach der Anfertigung wird die Brücke vom Prothetiker geprüft, angepasst und auf den Implantaten verschraubt. Anschließend werden unter anderem der Sitz der Konstruktion, die Kontakte im Biss, die Aussprache, die Ästhetik des Lächelns, die Möglichkeit zur Reinigung und der Komfort kontrolliert.

    Damit ist der wichtigste Teil der Versorgung am Behandlungstag abgeschlossen: Die Patientin oder der Patient verlässt die Klinik mit einer festsitzenden provisorischen Brücke auf vier Implantaten.

Eine Versorgung am selben Tag darf nicht unabhängig vom tatsächlichen Operationsbefund garantiert werden. Erreichen die Implantate nicht die erforderliche Stabilität, wird der Behandlungsplan aus Sicherheitsgründen angepasst.

Was passiert nach dem Behandlungstag?

Mit dem Einsetzen der festsitzenden provisorischen Brücke beginnt die Einheil- und Kontrollphase. Die Behandlung ist an diesem Tag noch nicht abgeschlossen. Ernährung, Wundkontrolle, Osseointegration, regelmäßige Kontrollen und professionelle Implantathygiene bleiben Teil des Protokolls.

  1. Erste Tage nach dem Eingriff

    Nach der Operation beginnt die Heilungsphase. Vorübergehend können Schwellungen, Druckempfindlichkeit, leichte Blutergüsse, ein Spannungsgefühl, eingeschränkter Komfort beim Kauen sowie Müdigkeit auftreten.

    Die Patientin oder der Patient erhält individuelle Anweisungen zu:

    • Medikamenten,
    • Kühlung,
    • Mundhygiene,
    • Ernährung,
    • körperlicher Belastung,
    • Verhalten bei ungewöhnlichen Beschwerden.

    Die Empfehlungen sollten genau eingehalten werden.

  2. Ernährung während der Einheilphase

    Obwohl die provisorische Brücke fest verschraubt ist, dürfen die frisch eingesetzten Implantate nicht unkontrolliert belastet werden. Während der Einheilphase ist daher eine angepasste Ernährung erforderlich. Die genauen Empfehlungen werden vom behandelnden Team festgelegt.

    In der Regel sollten harte, zähe oder sehr knusprige Lebensmittel zunächst vermieden werden. „Feste Zähne“ bedeuten also nicht, dass unmittelbar nach der Operation jede Nahrung ohne Einschränkung gekaut werden darf.

  3. Wundkontrolle und Nahtentfernung

    Nach dem Eingriff findet eine erste Kontrolle statt. Der Arzt beurteilt die Wundheilung, das Zahnfleisch, mögliche Schwellungen, den Zustand der Brücke, die Bisskontakte sowie die Beschwerden der Patientin oder des Patienten.

    Falls nicht selbstauflösende Nähte verwendet wurden, werden sie zu dem vom Arzt festgelegten Zeitpunkt entfernt – typischerweise etwa zehn bis vierzehn Tage nach dem Eingriff.

  4. Einheilung der Implantate

    In den folgenden Monaten verbinden sich die Implantate mit dem Knochen. Dieser Vorgang wird als Osseointegration bezeichnet. Die Dauer ist individuell und hängt unter anderem ab von:

    • Knochenqualität,
    • behandeltem Kiefer,
    • Umfang des Eingriffs,
    • Stabilität der Implantate,
    • Allgemeingesundheit,
    • Mundhygiene,
    • Nikotinkonsum,
    • Einhaltung der Belastungsempfehlungen.

    Während dieser Zeit bleibt die provisorische Brücke in Funktion, sofern keine medizinische oder technische Anpassung erforderlich ist.

  5. Regelmäßige Kontrollen

    Kontrolltermine dienen dazu, mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen. Das Team überprüft unter anderem die Stabilität der Implantate, den Zustand des Zahnfleisches, die Sauberkeit unter der Brücke, die Funktion des Bisses, die Schraubverbindungen, eventuelle Schäden an der provisorischen Konstruktion und den Fortschritt der Einheilung.

    Bei Schmerzen, zunehmender Schwellung, Blutung, einer gelockerten Brücke oder einer Beschädigung sollte die Klinik unverzüglich kontaktiert werden.

  6. Professionelle Implantathygiene

    Eine Brücke auf Implantaten muss täglich sorgfältig gereinigt werden. Besondere Aufmerksamkeit erfordert der Bereich zwischen der Brücke und dem Zahnfleisch. Dort können sich Speisereste und bakterielle Beläge ansammeln.

    Je nach Konstruktion können empfohlen werden:

    • eine geeignete Zahnbürste,
    • Interdentalbürsten,
    • spezielle Implantat- beziehungsweise Superfloss-Zahnseide,
    • eine Munddusche,
    • individuell ausgewählte Hilfsmittel.

    Die Dentalhygienikerin zeigt, wie die Brücke richtig gereinigt wird. Regelmäßige professionelle Hygienetermine sind ein wichtiger Bestandteil der langfristigen Betreuung.

Wann wird die definitive Brücke angefertigt?

Die definitive Brücke wird erst nach einer ausreichenden Einheilzeit und einer positiven Kontrolle der Implantate angefertigt.

Der Zeitpunkt ist nicht bei allen Patientinnen und Patienten identisch. Abhängig vom Schwierigkeitsgrad und Heilungsverlauf kann die definitive Versorgung nach mehreren Monaten beginnen. Bei komplexeren Ausgangssituationen kann eine längere Einheil- und Beobachtungsphase erforderlich sein. Das Behandlungskonzept unterscheidet deshalb zwischen standardmäßigen und schwierigeren Fällen und sieht je nach Verlauf unterschiedliche Zeitpunkte für die definitive Versorgung vor.

Wie entsteht die definitive Brücke?

Für die endgültige Versorgung werden erneut klinische und digitale Daten erhoben.

Der Prothetiker berücksichtigt:

  • die vollständig oder weitgehend abgeheilten Gewebe,
  • die aktuelle Form des Zahnfleisches,
  • die Lage der Implantate,
  • die Erfahrungen mit der provisorischen Brücke,
  • die Aussprache,
  • die Ästhetik,
  • die Bissfunktion,
  • die Reinigung unter der Konstruktion,
  • die individuellen Wünsche der Patientin oder des Patienten.

Anschließend fertigt das Labor die definitive Brücke nach dem festgelegten prothetischen Konzept an. Nach mehreren Kontrollen und gegebenenfalls notwendigen Anpassungen wird sie auf den Implantaten befestigt.

Was ist der Unterschied zwischen provisorischer und definitiver Brücke?

Merkmal Provisorische Brücke Definitive Brücke
Zeitpunkt Am Tag der Implantation, sofern medizinisch möglich Nach Einheilung und Kontrolle der Implantate
Befestigung Fest auf Implantaten verschraubt Fest auf Implantaten verschraubt
Herausnehmbar durch den Patienten Nein Nein
Hauptaufgabe Versorgung während der Heilungsphase Langfristige prothetische Versorgung
Anpassung an das Zahnfleisch An die Situation unmittelbar nach dem Eingriff An die abgeheilten Gewebe
Beobachtung der Funktion Dient auch zur Beurteilung von Biss, Sprache und Ästhetik Berücksichtigt die Erfahrungen aus der provisorischen Phase
Material Abhängig vom vorgesehenen Protokoll Abhängig vom Behandlungsplan und der gewählten Versorgung

Die provisorische Brücke ist somit kein loses Übergangsgebiss. Sie ist fest verschraubt, bleibt aber ein zeitlich begrenzter Teil des gesamten Behandlungskonzepts.

Für wen kann die Behandlung geeignet sein?

Das Malo Clinic Protocol kann insbesondere bei Patientinnen und Patienten geprüft werden, die:

  • im Ober- oder Unterkiefer vollständig zahnlos sind,
  • nur noch wenige stark geschädigte Zähne besitzen,
  • Zähne haben, die medizinisch nicht mehr erhalten werden können,
  • eine instabile oder schlecht sitzende Vollprothese tragen,
  • sich eine festsitzende Alternative zur herausnehmbaren Prothese wünschen,
  • aufgrund von Knochenabbau bereits eine Ablehnung für klassische Implantate erhalten haben,
  • bereit sind, die erforderliche Hygiene und Nachsorge einzuhalten.

Die Entscheidung wird immer individuell nach Untersuchung und Diagnostik getroffen.

Für wen ist die Behandlung möglicherweise nicht sofort möglich?

Ein Eingriff kann verschoben oder angepasst werden, wenn beispielsweise:

  • eine Allgemeinerkrankung nicht ausreichend eingestellt ist,
  • eine aktive Infektion vorliegt,
  • die Mundhygiene zunächst verbessert werden muss,
  • eine akute Erkrankung behandelt werden muss,
  • bestimmte Medikamente oder Therapien berücksichtigt werden müssen,
  • das Knochenwachstum noch nicht abgeschlossen ist,
  • Schwangerschaft besteht,
  • zusätzliche ärztliche Untersuchungen notwendig sind.

Ein möglicher Risikofaktor bedeutet nicht automatisch, dass Implantate dauerhaft ausgeschlossen sind. In vielen Fällen muss zunächst eine sichere medizinische Ausgangssituation geschaffen werden.

Welche Spezialisten sind an der Behandlung beteiligt?

Die Versorgung eines vollständigen Zahnbogens ist eine interdisziplinäre Aufgabe. Je nach Fall arbeiten zusammen:

Implantologe / Oralchirurg
Prothetiker
Zahntechniker
Dentalhygienikerin
Patientenbetreuung
Weitere Fachärzte bei Bedarf

Der Implantologe beziehungsweise Oralchirurg plant und führt den chirurgischen Teil durch, entfernt gegebenenfalls nicht erhaltungsfähige Zähne und setzt die Implantate ein. Der Prothetiker plant die zukünftige Zahnstellung, den Biss, die Form der Brücke und die Verbindung mit den Implantaten; er befestigt und kontrolliert die provisorische sowie die definitive Brücke.

Der Zahntechniker fertigt die Brücken auf Grundlage der klinischen und digitalen Daten an. Die Dentalhygienikerin bereitet die Mundhöhle vor, vermittelt die richtige Reinigung und begleitet die langfristige Implantathygiene. Die Patientenbetreuung unterstützt bei der organisatorischen Koordination der Termine und der einzelnen Behandlungsschritte.

Die Versorgung ist damit ein abgestimmter Prozess aus Diagnostik, Chirurgie, Prothetik, Hygiene und Kontrollbehandlung, der auf der Zusammenarbeit eines interdisziplinären Teams beruht.

Vorteile einer festsitzenden Brücke auf vier Implantaten

Eine erfolgreich geplante Versorgung kann unter anderem folgende Vorteile bieten:

  • festsitzender Zahnersatz statt einer herausnehmbaren Vollprothese,
  • stabile Befestigung auf Implantaten,
  • Versorgung eines vollständigen Zahnbogens mit vier Implantaten,
  • Wiederherstellung der Kaufunktion,
  • Unterstützung der Aussprache,
  • ästhetische Rekonstruktion der Zähne und Weichgewebe,
  • kein selbstständiges Herausnehmen der Brücke,
  • häufig kein Gaumen bedeckender Prothesenkörper,
  • provisorische festsitzende Versorgung bereits am Behandlungstag,
  • individuell geplante definitive Brücke nach der Heilungsphase.

Die tatsächlich erreichbaren Ergebnisse hängen von der Ausgangssituation, dem Heilungsverlauf und der Mitarbeit der Patientin oder des Patienten ab.

Welche Risiken und Einschränkungen gibt es?

Auch eine moderne und gut dokumentierte Implantatbehandlung bleibt ein chirurgischer und prothetischer Eingriff.

Mögliche Probleme können betreffen:

  • verzögerte Wundheilung,
  • Infektionen,
  • fehlende Einheilung eines Implantats,
  • Entzündungen des Gewebes um Implantate,
  • Lockerung von Schrauben,
  • Beschädigung der provisorischen oder definitiven Brücke,
  • Überlastung durch ungünstige Bisskräfte,
  • ästhetische oder funktionelle Anpassungen,
  • notwendige Reparaturen oder Nachbehandlungen.

Das Risiko lässt sich durch sorgfältige Qualifikation, genaue Planung, passende Implantatstabilität, gute Mundhygiene und regelmäßige Kontrollen reduzieren, aber nicht vollständig ausschließen.

Warum ist Stettin für die Behandlung interessant?

Malo Clinic bietet das Behandlungskonzept auch in Stettin beziehungsweise Szczecin an. Die Klinik verbindet dabei implantologische, chirurgische und prothetische Behandlung mit Diagnostik, Hygiene und Nachsorge.

Für Patientinnen und Patienten aus Deutschland ist besonders wichtig, vor der Entscheidung den vollständigen Ablauf zu klären:

  • Wo findet die Erstberatung statt?
  • Welche Unterlagen müssen vorab übermittelt werden?
  • Wie viele Aufenthalte sind erforderlich?
  • Wann findet der Eingriff statt?
  • Wann erfolgen die Kontrollen?
  • Wo wird die definitive Brücke eingesetzt?
  • Was geschieht bei Beschwerden oder einer notwendigen Reparatur?
  • Welche Kosten sind im individuellen Plan enthalten?

Diese Punkte sollten vor Beginn der Behandlung schriftlich beziehungsweise im persönlichen Gespräch geklärt werden.

Feste Zähne an einem Tag in Stettin - Zusammenfassung

„Feste Zähne an einem Tag“ bedeutet, dass bei medizinisch geeigneten Patientinnen und Patienten vier Implantate eingesetzt und noch am selben Tag mit einer festsitzenden provisorischen Brücke versorgt werden können.

Die Behandlung endet jedoch nicht am Tag der Operation. Danach folgen:

  • die Heilung der Operationsstellen,
  • die Einheilung der Implantate,
  • ärztliche Kontrollen,
  • professionelle Implantathygiene,
  • die Überprüfung von Biss und Funktion,
  • die Planung und Herstellung der definitiven Brücke.

Erst die definitive prothetische Versorgung schließt den geplanten rekonstruktiven Teil der Behandlung ab. Regelmäßige Kontrollen und eine sorgfältige tägliche Hygiene bleiben anschließend dauerhaft erforderlich.

Feste Zähne an einem Tag in Stettin - vereinbaren Sie eine individuelle Beratung

Nach der Untersuchung und dreidimensionalen Diagnostik kann das Team beurteilen, ob eine Versorgung nach dem Malo Clinic Protocol in Ihrem individuellen Fall möglich ist.

Rezeption
+48 22 393 63 33

Adresse
ul. Madalińskiego 9, Szczecin

Häufig gestellte Fragen

Erhalte ich am Behandlungstag bereits die endgültige Brücke?

Nein. Am Behandlungstag wird bei geeigneten Voraussetzungen eine festsitzende provisorische Brücke auf den Implantaten befestigt. Die definitive Brücke wird nach der Einheilphase und Kontrolle der Implantate angefertigt.

Ist die provisorische Brücke herausnehmbar?

Nein. Sie wird auf den Implantaten verschraubt und von der Patientin oder dem Patienten nicht selbst herausgenommen. Falls eine Abnahme notwendig ist, erfolgt sie in der Klinik.

Warum nennt man die Brücke fest, obwohl sie provisorisch ist?

„Fest“ beschreibt die Befestigung auf den Implantaten. „Provisorisch“ bedeutet, dass die Brücke während der Heilungsphase verwendet und später durch die definitive Versorgung ersetzt wird.

Kann jeder feste Zähne an einem Tag erhalten?

Nein. Voraussetzung sind eine medizinische Qualifikation, geeignete anatomische Bedingungen und eine ausreichende Stabilität der Implantate. Die endgültige Entscheidung kann teilweise erst während des Eingriffs getroffen werden.

Müssen alle vorhandenen Zähne entfernt werden?

Nein. Entfernt werden nur Zähne, die nach ärztlicher Beurteilung nicht mehr erhaltungswürdig sind. Erhaltungsfähige Zähne sollten nicht allein deshalb entfernt werden, um eine All-on-4-Versorgung durchzuführen.

Wie lange dauert der chirurgische Teil?

Die Dauer hängt vom Umfang der Behandlung ab. Für die chirurgische Phase werden häufig ungefähr ein bis zwei Stunden angesetzt. Extraktionen, zusätzliche Eingriffe und komplexe anatomische Bedingungen können die Dauer verlängern.

Kann ich nach dem Eingriff sofort normal essen?

Die Brücke ist fest, aber die Implantate befinden sich noch in der Einheilphase. Deshalb muss die Ernährung an die ärztlichen Empfehlungen angepasst werden. Harte und stark belastende Lebensmittel sind zunächst zu vermeiden.

Wann wird die definitive Brücke eingesetzt?

Der genaue Zeitpunkt hängt vom Heilungsverlauf, dem behandelten Kiefer und dem Schwierigkeitsgrad ab. In vielen Fällen beginnt die definitive prothetische Versorgung nach mehreren Monaten. Bei komplexeren Behandlungen kann eine längere Einheilphase erforderlich sein.

Ist immer ein Knochenaufbau notwendig?

Nein. Durch die besondere Positionierung der Implantate kann in vielen Fällen auf einen umfangreichen Knochenaufbau verzichtet werden. Ob dies möglich ist, wird anhand der dreidimensionalen Diagnostik entschieden.

Was passiert, wenn die Implantate am Behandlungstag nicht stabil genug sind?

Dann kann der Arzt den geplanten Ablauf ändern und auf eine sofortige feste Belastung verzichten. Die Sicherheit der Implantate und der Heilung hat Vorrang vor der Versorgung innerhalb eines Tages.

Wie pflegt man die Brücke?

Die Brücke muss täglich gebürstet werden. Zusätzlich muss der Bereich zwischen Brücke und Zahnfleisch mit geeigneten Hilfsmitteln gereinigt werden. Die individuelle Technik zeigt die Dentalhygienikerin.

Sind nach der definitiven Brücke noch Kontrollen notwendig?

Ja. Implantate, Zahnfleisch, Schraubverbindungen, Biss und Brücke müssen regelmäßig kontrolliert werden. Auch professionelle Hygienetermine bleiben erforderlich.

Kann die Brücke repariert werden?

Je nach Art des Schadens kann eine Reparatur oder Anpassung möglich sein. Bei Rissen, Abplatzungen, Lockerung oder veränderter Stabilität sollte die Klinik möglichst schnell kontaktiert werden.

Ist die Behandlung auch bei Diabetes möglich?

Ein gut eingestellter Diabetes schließt eine Implantatbehandlung nicht grundsätzlich aus. Entscheidend sind der individuelle Gesundheitszustand, die Blutzuckereinstellung und die Einschätzung des behandelnden Arztes. Bei Bedarf wird eine zusätzliche ärztliche Stellungnahme eingeholt.

Was sollte ich zur ersten Beratung mitbringen?

Hilfreich sind vorhandene Röntgen- oder DVT-/CBCT-Aufnahmen, bisherige Behandlungspläne, eine Liste der Medikamente, Informationen zu Allgemeinerkrankungen sowie Unterlagen zu früheren Implantaten oder Prothesen.

Inhaltliche Prüfung

Inhalt erstellt vom Team der Malo Clinic Stettin und fachlich durch einen Implantologen geprüft. Stand: August 2026.

Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt keine zahnärztliche Beratung. Über die Eignung, den Umfang und den Ablauf der Behandlung entscheidet die behandelnde Zahnärztin beziehungsweise der behandelnde Zahnarzt nach klinischer Untersuchung und Diagnostik.